Marta Klonowska: Glasmenagerie – Wenn Scherben zu neuem Leben erwachen

In den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim verwandelt die Künstlerin Marta Klonowska den Werkstoff Glas in eine faszinierende Tierwelt. Ihre Skulpturen sind weit mehr als bloße Abbilder; sie sind eine Hommage an die Details der Kunstgeschichte und bieten den Besuchern einen Rückzugsort voller Ästhetik und Ruhe.

Einzigartige Verbindung von Bildhauerei und Glaskunst

Das Werk von Marta Klonowska gilt in der zeitgenössischen Kunstszene als singulär. Sie verbindet klassisches bildhauerisches Schaffen mit einer ganz eigenen Technik der Glaskunst. Angefangen hat sie – ganz im Sinne des heutigen „Upcyclings“ – mit Skulpturen aus zerbrochenen Glasflaschen. Inzwischen nutzt sie Glasplatten, aus denen sie gezielt Scherben bricht, um daraus ihre filigranen und oft lebensgroßen Tierfiguren zu formen.

Das Verborgene sichtbar machen

Die Ausstellungsobjekte sind stets zweiteilig konzipiert: Jede Skulptur hat ein historisches Vorbild aus der Welt der alten Meister oder der fernöstlichen Kunst. Klonowska blättert durch Kunstbücher oder besucht Galerien, um im Hintergrund bekannter Werke Details zu entdecken, die dem normalen Betrachter oft entgehen.

Ein kleiner Hund, der in einem klassischen Gemälde nur am Rande auftaucht, wird von ihr aus der Eindimensionalität des Bildes gelöst. Er wird dreidimensional umgeformt, lebensgroß nachgebildet und erhält auf einem eigenen Podest seinen großen Auftritt.

Ein Ort der Entschleunigung

Besucher schätzen an der „Glasmenagerie“ vor allem die Ruhe und Ästhetik. In einer Zeit, die viele als anstrengend und überfordernd empfinden, bietet die Ausstellung eine „ganz andere Welt“, in der man abschalten und genießen kann. Die Werke regen dazu an, den Blick zu schärfen – sowohl für die verborgenen Schätze in historischen Gemälden als auch für die Schönheit in den kleinen Dingen.

Die Sonderausstellung ist noch bis zum 21. Juni 2026 in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim zu sehen.

Mehr unter: www.rem-mannheim.de

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