Kunsthalle Dortmund im Dortmunder U

Nach 30 Jahren internationaler Ausstellungstätigkeit gibt sich eine der profiliertesten Medienkunst-Institutionen Deutschlands einen neuen, klareren Namen – und eröffnet im September eine große Gruppenausstellung zur globalen Arbeitswelt.

Ein Jubiläum als Wendepunkt

Am 24. Juli 2026 feierte der HMKV Hartware MedienKunstVerein sein 30-jähriges Bestehen – und nutzte den Festakt für eine wichtige Ankündigung: Der Ausstellungsort im Dortmunder U trägt künftig den Namen Kunsthalle Dortmund. Programmatische Ausrichtung, Träger und Standort bleiben unverändert. Was sich ändert, ist die Außenwahrnehmung – und das ist gewollt.

Warum der neue Name?

Inke Arns. © Rupert Oberhäuser

„Der neue Name beschreibt klarer, wofür wir stehen: eine Kunsthalle für internationale Gegenwartskunst in Dortmund”, sagt Dr. Inke Arns, seit über 20 Jahren Direktorin der Institution. Die Umbenennung ist keine Abkehr von der Geschichte, sondern ihre Konsequenz: Die Grenzen zwischen bildender Kunst und Medienkunst sind heute durchlässiger als in den 1990er-Jahren, als der Verein gegründet wurde. Medienkunst ist – auch dank der Arbeit des HMKV – selbstverständlicher geworden. Der Begriff im Namen wirkte zunehmend einschränkend. Vereinsvorsitzender Stefan Hilterhaus bringt es auf den Punkt: Der alte Name bilde die Arbeit der Institution nicht mehr ausreichend ab.

Was bleibt: Standort, Träger, Programm – und freier Eintritt

Der Hartware MedienKunstVerein e. V. bleibt Träger der Institution. Ausstellungen finden weiterhin im Dortmunder U auf Ebene 3 statt, bei Sonderausstellungen auch auf Ebene 6. Das internationale Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm mit besonderem Fokus auf Medienkunst und gesellschaftliche Fragestellungen bleibt das Herzstück der Arbeit. Der Eintritt auf Ebene 3 ist nach wie vor frei. Ein neues Corporate Design und ein neuer Webauftritt wurden am 27. Juli 2026 gelauncht.

Auftakt mit großer Gruppenausstellung: INDUSTRIAL: Seidenstraßen 3000

Nach sechswöchiger Umbauphase eröffnet die Kunsthalle Dortmund am 11. September 2026 um 18:30 Uhr ihre erste Ausstellung unter neuem Namen: „INDUSTRIAL: Seidenstraßen 3000″, kuratiert von Inke Arns und Thibaut de Ruyter. Mit Werken von 23 Künstlerinnen und Künstlern aus 16 Ländern widmet sich die internationale Gruppenausstellung der globalen Produktion, Logistik und dem Transport von Gütern – und der menschlichen Arbeit, die dahintersteckt. Entlang der heutigen Seidenstraßen, die sich von China bis nach Duisburg und ins übrige Europa erstrecken, rückt die Ausstellung ins Zentrum, was oft unsichtbar bleibt: dass alle Industrien – ob schwere Industrie, Kulturwirtschaft oder Kreativwirtschaft – an menschliche Arbeit gebunden sind, die häufig von Entfremdung und Ausbeutung geprägt ist. Beteiligte Künstlerinnen und Künstler sind unter anderem Cao Fei, Wang Bing, Ali Kazma, Ingo Günther und DISNOVATION.ORG.

30 Jahre für internationale Gegenwartskunst in Dortmund

Seit der Gründung im Jahr 1996 hat sich der HMKV zu einer der profiliertesten Institutionen für zeitgenössische Medienkunst in Deutschland entwickelt. Die Kunsthalle Dortmund wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Stadt Dortmund.

Mehr unter: www.kunsthalledortmund.de

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