„Kunst in Bayreuth“: Ausstellung im Kunstmuseum Bayreuth zeigt Werke aus den 1940er bis 1960er Jahren

Das Kunstmuseum Bayreuth präsentiert derzeit eine beeindruckende Ausstellung unter dem Titel „Kunst in Bayreuth – Werke der 1940er bis 1960er Jahre“. Gezeigt werden Werke aus den Sammlungen und Stiftungen des Hauses – darunter zahlreiche Arbeiten der legendären Freien Gruppe Bayreuth, einem Zusammenschluss künstlerischer Individualisten, der sich 1951 in Bayreuth formierte.

Diese Gruppierung trat mit einem offenen Ausstellungskonzept auf, ohne feste Struktur – vereint durch das gemeinsame Ziel, zeitgenössische Kunst einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Ausstellung beleuchtet eine Zeit des kulturellen Umbruchs, geprägt durch Kriegserfahrung, Wiederaufbau und den Hunger nach künstlerischem Ausdruck.

Bereits 2016/2017 widmete sich das Kunstmuseum der Freien Gruppe Bayreuth in einer aufwändig recherchierten Ausstellung. Die damalige Forschungsarbeit brachte verschollen geglaubte Werke ans Licht und weckte ein nachhaltiges Interesse. Seither bereichern Schenkungen und Neuzugänge den Bestand des Museums kontinuierlich.

Nachkriegszeit als Nährboden für künstlerische Vielfalt

Die Ausstellung gibt einen tiefen Einblick in die kulturelle Landschaft Bayreuths nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele Künstler:innen fanden in Oberfranken eine neue Heimat – ob aus Kriegsgründen vertrieben, durch das Studium zugezogen oder auf der Suche nach beruflicher Perspektive. Namen wie Heinrich Faust, Gerda von Freymann-Knispel, Ferdinand Röntgen oder Caspar Walter Rauh prägen die Kunstszene dieser Zeit.

Die Ausstellung thematisiert auch die wirtschaftliche Realität der Künstler:innen jener Zeit. Tauschgeschäfte – Kunst gegen Lebensmittel oder Heizmaterial – waren keine Seltenheit. Dennoch konnte die Freie Gruppe Bayreuth mit ihrer ersten Ausstellung 1951, zeitgleich mit dem Neubeginn der Richard-Wagner-Festspiele, rund 3.000 Besucher:innen begeistern.

Ein Spiegel des Zeitgeists

Die aktuelle Schau ist mehr als eine Präsentation regionaler Kunst – sie ist ein kulturhistorisches Dokument. Die Werke spiegeln nicht nur die persönlichen Ausdrucksformen ihrer Schöpfer:innen, sondern auch die gesellschaftlichen Entwicklungen der Nachkriegsjahre bis hin zum Wirtschaftswunder.

Gezeigt werden Gemälde, Grafiken und Skulpturen – überwiegend aus dem Bestand des Museums. Die Ausstellung rückt nicht nur das Schaffen der Künstler:innen in den Fokus, sondern würdigt auch das Engagement des Kunstmuseums, diese Kunst lebendig zu halten.

Mehr unter: www.kunstmuseum-bayreuth.de

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