Kindheit im Führersperrgebiet: Wie der Obersalzberg für NS-Eliten zur familiären Idylle wurde

Historikerin Helena Schwinghammer über die Kinder führender Nationalsozialisten am Obersalzberg – und was aus ihnen wurde, als die privilegierte Welt zusammenbrach.

Ein Machtort mit privatem Anstrich

Am Obersalzberg, im streng abgeschirmten Führersperrgebiet, lebten die Familien der NS-Führungsriege in unmittelbarer Nähe zu Hitler. Martin und Gerda Bormann wohnten dort mit ihren neun Kindern; auch die Familien Speer und Goebbels verbrachten viel Zeit an diesem Ort. Die Kinder trafen sich regelmäßig im Berghof – und verliehen einem der zentralen Machtzentren des Nationalsozialismus so einen täuschend privaten, familiären Charakter.

Eine Kindheit im Ausnahmezustand

Wie sah das Aufwachsen in diesem hermetisch abgeschlossenen Umfeld aus? Historikerin Helena Schwinghammer geht in einem Interview der Frage nach, wie die Kinder in das Gefüge der NS-Eliten eingebunden waren – und welche Rolle Hitler selbst dabei spielte. War er tatsächlich der Kinderfreund, als der er propagandistisch inszeniert wurde?

Das abrupte Ende einer privilegierten Welt

Mit dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus zerbrach diese Welt von einem Moment auf den anderen. Das extremste Beispiel: Magda und Joseph Goebbels ermordeten ihre sechs Kinder kurz vor Kriegsende 1945. Andere Kinder der NS-Elite überlebten – und erlebten den drastischen sozialen Abstieg von „Promi-Kindern” zu „Täter-Kindern”. Wie sie später mit ihrer Herkunft und ihrer Kindheit am Obersalzberg umgingen, konnte unterschiedlicher kaum sein.

Schuld, Schweigen und Aufarbeitung

Die Nachgeborenen standen vor einer Last, die sie nicht gewählt hatten: die Herkunft aus den Familien der Täter. Manche schwiegen ein Leben lang, andere suchten die öffentliche Auseinandersetzung. Schwinghammers Forschung beleuchtet diese unterschiedlichen Wege – und fragt, was es bedeutet, als Kind in einer Welt aufzuwachsen, die auf Verbrechen gegründet war.

Mehr unter: obersalzberg.de

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