Kontaktbögen, Notizbücher, Horoskope, eine erste Leica – das Hamburger Studio des Fotografen Walter Schels ist ein gewachsenes Archiv, das von Jahrzehnten künstlerischen Suchens erzählt. Ein Studio Visit anlässlich seiner Retrospektive bei C/O Berlin gewährt seltene Einblicke.
Seit 1990 arbeitet Walter Schels in einer lichtdurchfluteten ehemaligen Fabriketage in Hamburg – 300 Quadratmeter, die über die Jahre zu einem dichten Archiv geworden sind. Zwischen Fotografien, Kontaktbögen, Notizheften, Horoskopen und seiner ersten Leica wird ein Raum sichtbar, der nicht nur Arbeitsort ist, sondern selbst Zeugnis eines künstlerischen Lebens.
In einem Studio Visit, der anlässlich der Retrospektive „Walter Schels . 16° Fische” bei C/O Berlin erscheint, öffnen Schels und seine Partnerin, die Journalistin Beate Lakotta, die Türen zu diesem besonderen Ort. Was dabei sichtbar wird, ist mehr als ein Atelier: Es ist die Materialisierung einer künstlerischen Haltung, die von Suchen, Sammeln, Beobachten und Archivieren geprägt ist – und von der beharrlichen Frage, was ein Bild sichtbar machen kann, was Sprache nicht vermag.
Schels’ Werk kreist um die großen Themen des menschlichen Lebens: Anfang und Ende, Erinnerung und Vergänglichkeit. Bekannt wurde er unter anderem durch seine eindringlichen Porträts von Sterbenden und Neugeborenen – Arbeiten, die das Leben in seinen äußersten Momenten zeigen und dabei eine stille, unsentimentale Würde bewahren.
Der Studio Visit macht greifbar, wie sehr bei Schels Werk und Persönlichkeit, Archiv und Gegenwart ineinandergreifen – und wie ein Atelier zum Spiegel eines ganzen künstlerischen Lebens werden kann.
Konzept und Redaktion: Paulina Weiß / Kamera und Schnitt: Vincent Schaack
© C/O Berlin Foundation
Mehr unter: co-berlin.de




