Wer war Herkules wirklich? Die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden widmet dem populärsten Helden der Antike eine umfassende Sonderausstellung. Vom 22. November 2025 bis zum 28. Juni 2026 beleuchtet die Schau die faszinierende Ambivalenz einer Figur, die zwischen göttlicher Kraft und menschlichem Abgrund schwankt.
Jeder kennt die „Herkulesaufgabe“ oder das Bild des muskelbepackten Mannes mit Keule und Löwenfell. Doch hinter dem sprichwörtlichen Kraftpaket verbirgt sich eine zutiefst komplexe Persönlichkeit. Die Ausstellung „Herkules – Held und Antiheld“ nutzt die reichen Bestände der Dresdner Sammlungen sowie hochkarätige Leihgaben aus ganz Europa (u. a. Madrid, Paris und Rom), um das vielschichtige Bild dieses Halbgottes zu zeichnen.
Ein Mythos in 2.500 Jahren Kunstgeschichte
Die Ausstellung spannt einen gewaltigen Bogen von der Antike bis in die Neuzeit. Zu sehen sind:
- Antike Meisterwerke: Statuen, Reliefs und Vasen, die das ursprüngliche Bild des Herakles prägten.
- Renaissance und Barock: Gemälde, Grafiken und Goldschmiedekunst, die Herkules als Ideal und Projektionsfläche entdeckten.
- Dresdner Highlights: Besonders im Fokus steht der „Sächsische Herkules“ von Balthasar Permoser, ein Sinnbild für die Herrschaftsarchitektur des Dresdner Zwingers.
Held, Vorbild und Versager
Herkules diente über Jahrhunderte als ultimatives Tugendvorbild für Herrscher. Alexander der Große und August der Starke identifizierten sich mit seiner Kraft und seinem Durchsetzungswillen. Doch die Schau spart die dunklen Seiten nicht aus:
- Die Eskapaden: Sein oft problematisches Verhältnis zu Frauen.
- Der Antiheld: Momente, in denen er dem Laster verfiel, unehrenhaft handelte oder grausames Unrecht beging.
- Menschliche Schwäche: Die Ausstellung zeigt Herkules als jemanden, der trotz seiner göttlichen Stärke an seinen eigenen Emotionen und Fehlern scheitern konnte.
Heldentum auf dem Prüfstand
Die Beständigkeit des Herkules-Mythos ist beeindruckend. Die Schau regt dazu an, über den Begriff des Heldentums nachzudenken: Welchen Stellenwert hatten Helden früher, und wen feiern wir heute als Helden? Die enorme erzählerische Kraft des Mythos wird hier zur Brücke in unsere Gegenwart.
Mehr unter: skulpturensammlung.skd.museum





