Moderation: Tulga Beyerle (Direktorin, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg)

Holz ist nicht einfach tote Faser. In jedem Baum ist auch ein Stück Geschichte des Erdklimas eingeschrieben. Bäume archivieren jede noch so kleine Veränderung der Umwelt und notieren, was der Mensch auf Erden tut. Aber seitdem wir den Wald als Ware deklariert haben, übersehen wir, dass Bäume nicht nur Brenn- und Baustoff liefern, sondern vielmehr die wesentliche Grundlage unserer Atmosphäre bilden.

Die Ausstellung Seeing the Wood for the Trees im Kunsthaus Hamburg zeigt drei Teile aus dem umfangreichen Rechercheprojekt Cambio des italienischen Designduos Formafantasma. In Form von filmisch collagierten Bildessays zeichnen sie darin die Entwicklung und Regulierung der globalen Holzindustrie nach, die im 19. Jahrhundert vor allem in den kolonialisierten Regionen entstand. Die Erfassung von Natur als Rohstoff und Handelsware sowie die Beziehung des Menschen zu seinem ökologischen Lebensraum wird hier im Spiegel historischer, wissenschaftlicher und dokumentarischer Fotografien, Filmausschnitte und Textquellen beleuchtet.

Mehr unter: kunsthaushamburg.de

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