In ihrer aktuellen Ausstellung im mumok Wien verknüpft die Künstlerin Claudia Pagès Rabal historische Machtstrukturen mit gegenwärtigen politischen Konflikten. „Feudal Holes“ ist eine tiefgründige Untersuchung über Territorien, Überwachung und die Sprache der Gewalt, die sich durch die Jahrhunderte zieht.
Die Ausstellung empfängt die Besucher mit einer Laserarbeit, die Wasserzeichen aus dem 15. Jahrhundert darstellt. Diese ursprünglich naiv wirkenden Zeichnungen von Türmen, Hunden und Schlössern dekonstruiert Pagès Rabal, um die tieferliegende Gewalt und die Bedeutung dieser Symbole zu hinterfragen.
Zeitmaschinen und Grenzgebiete
Das Herzstück der Schau bilden zwei „Zeitmaschinen“, die in einem ehemaligen Verteidigungsturm aufgenommen wurden. Dieser Turm befand sich einst in einer Pufferzone auf der Iberischen Halbinsel zur Zeit von Al-Andalus und diente der Überwachung und Verteidigung von Territorien.
- Wissensstopp durch Gewalt: Die Künstlerin verbindet diese historischen Verteidigungsstrukturen mit der Geschichte der Seidenstraße, die gleichzeitig eine „Papierstraße“ war. Die Türme fungierten dabei nicht nur als Schutz, sondern auch als Orte, an denen der Austausch von Wissen durch Gewalt unterbrochen wurde.
Gegenwart und Gegen-Kartografie
Pagès Rabal schlägt eine Brücke in die unmittelbare Gegenwart, indem sie Leuchtkästen mit Screenshots der Website von Forensic Architecture zeigt. Diese dokumentieren Flotten, die versuchten, die Belagerung im Gazastreifen zu durchbrechen.
- Mittelmeer als politischer Raum: Diese Arbeiten fungieren als „Gegen-Kartografien“, um über die Politik und die Gewalt im heutigen Mittelmeerraum nachzudenken.
Der neue Feudalismus?
Der Titel „Feudal Holes“ bezieht sich auf die zyklische Natur von Gewalt und Unterdrückung. Die Künstlerin greift Theorien auf, nach denen unsere heutigen Wirtschaftssysteme in musterhafte, fast feudale Strukturen zurückfallen – geprägt von Entfremdung und Negation. Ihre Arbeit entspringt dabei oft einem Gefühl der Frustration und Traurigkeit über diese sich wiederholenden Kreisläufe.
Indem sie banale und alltägliche Singularitäten untersucht, gelingt es Pagès Rabal, universelle Themen sichtbar zu machen, die uns alle betreffen.
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