Die rote Linie: Carola Dertnig vernetzt die Heidi Horten Collection

Was hat eine 12 Meter lange rote Strumpfhose mit moderner Architektur und sozialer Interaktion zu tun? In der aktuellen Insights-Folge der Heidi Horten Collection gibt die Künstlerin Carola Dertnig spannende Einblicke in ihre Arbeit „Strangers“ und ihre aktuelle Installation, welche die Grenzen des Museumsraums buchstäblich dehnt.

Carola Dertnigs künstlerische Praxis ist eng mit der Performance und dem Spiel mit dem öffentlichen Raum verbunden. Im Zentrum des Gesprächs steht ihre ikonische Arbeit aus dem Jahr 2003, die nun in einen neuen Kontext gesetzt wird.

„Strangers“: Slapstick und soziale Reibung

Die Arbeit „Strangers“ (2003) besticht durch ein ebenso einfaches wie eindringliches Bild: Eine rote Strumpfhose, die sich über 12 Meter Länge aus der Hose einer Performerin herauswindet und durch den Raum schlängelt.

Dertnig, die diese Performances zwischen 2003 und 2012 international aufführte, nutzt dabei bewusst Elemente des Slapsticks. Ihr Ziel war es immer, den „White Cube“ – den sterilen Galerieraum – zu verlassen und eine direkte soziale Interaktion zwischen Performerinnen und Passanten zu provozieren. Begleitet wird die Videoarbeit durch einen Text von Liesl Karlstadt und Karl Valentin aus dem Jahr 1942, der das beklemmende Gefühl thematisiert, sich sogar im eigenen Zuhause fremd fühlen zu können.

Eine Linie durch das ganze Haus

In der Heidi Horten Collection wird diese Idee in der Installation „All in All Lifelong Reds Tights“ weitergeführt. Hier fungiert die rote Linie als architektonisches Bindeglied. Sie zieht sich durch verschiedene Bereiche des Museums und verbindet:

  • Die aktuelle Ausstellung „DIE LINIE“
  • Die Sammlungsräume
  • Die Büroräume der Verwaltung

Dabei tritt die Installation in einen direkten Dialog mit der markanten Architektur des Hauses (entworfen von next ENTERPRISE). Die rote Strumpfhose dient als visuelle Klammer, welche die verschiedenen funktionalen Ebenen des Museums zusammenführt und die Architektur neu erlebbar macht.

Carola Dertnig zeigt eindrucksvoll, wie ein vermeintlich banaler Alltagsgegenstand wie eine Strumpfhose genutzt werden kann, um komplexe Fragen nach Zugehörigkeit, Raum und institutionellen Grenzen zu stellen.

Credits:
Mit: Carola Dertnig
Editorial Direction: Pia Sääf
Art Direction: David Zuderstorfer
DOP: Gabriel Krajanek

Mehr unter: hortencollection.com

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