Die Poesie der Randzonen: KOO JEONG A im Kunsthaus Bregenz

Wie macht man das Unsichtbare sichtbar? Die koreanische Künstlerin KOO JEONG A verwandelt das Kunsthaus Bregenz (KUB) in einen Resonanzraum für Phänomene an der Schwelle unserer Wahrnehmung. Zwischen phosphoreszierenden Kurven, magnetischen Kräften und olfaktorischen Landschaften entsteht eine Ausstellung, die weniger erklärt als vielmehr energetisch spürbar wird.

Das Werk von KOO JEONG A besticht durch eine radikale Zurückhaltung. Im Dialog mit der reduzierten Architektur von Peter Zumthor entfalten ihre präzisen Eingriffe eine außergewöhnliche Präsenz, die den Fokus auf das Beiläufige und das Feine lenkt.

Erdgeschoss: Das Leuchten der Bewegung

Gleich im Eingangsbereich trifft der Besucher auf ein monumentales Bodenobjekt: Ein Fragment eines Skateparks, das aus seinem funktionalen Kontext gelöst wurde.

  • Das Möbiusband: Die ausladende Rundung folgt der Form des Möbiusbandes – ein wiederkehrendes Motiv in KOO JEONG As internationalem Werk (u.a. Venedig, Mailand, Seoul).
  • Phosphoreszenz: Die Oberfläche speichert Licht und beginnt in der Dunkelheit grünlich zu leuchten. Architektur, Material und Bewegung verschmelzen hier zu einer poetischen Skulptur, die den Raum neu ordnet.

Obergeschosse: Magnetismus und Düfte

In den weiteren Etagen setzt sich die Erkundung unsichtbarer Kräfte fort:

  • Magnetische Paravents: Riesige Objekte aus Magneten schweben vor den Raumecken. An schwenkbaren Halterungen befestigt, machen sie physikalische Anziehungskräfte spürbar, die sich unserem Blick entziehen.
  • ODORAMA CITIES: Ein komplettes Geschoss widmet die Künstlerin dem Duft. Basierend auf ihrer Arbeit für den koreanischen Pavillon der Biennale von Venedig 2024 (in Kooperation mit NONFICTION), wird das Unsichtbare hier olfaktorisch erfahrbar. Es ist ein Raum, der nur über die Sinne, nicht über den Intellekt erschlossen werden kann.

Das Dachgeschoss: Ein Blick in den Kosmos

Den Abschluss bildet eine filmische Arbeit im obersten Stockwerk, umgeben von einer Vielzahl grünlich fluoreszierender Sterne. Diese lichten Zeichen deuten die Unendlichkeit des Kosmos an und führen die Besucher aus der Schwere des Materials in die Weite der Energie und Atmosphäre.

Mehr unter: www.kunsthaus-bregenz.at/

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