Das Bode Museum Berlin widmet sich in einer großen Sonderausstellung einem der dramatischsten Kapitel der italienischen Frührenaissance: der Pazzi-Verschwörung von 1478. Unter dem Titel „Die Pazzi-Verschwörung. Macht, Gewalt und Kunst im Florenz der Renaissance“ beleuchtet die Schau die blutigen Ereignisse und ihre weitreichenden Folgen für Politik und Kunstgeschichte.
Am 26. April 1478 wurden Lorenzo und Giuliano de’ Medici während der Messe im Chor der Kathedrale von Florenz angegriffen. Giuliano starb, Lorenzo überlebte – und übte in der Folge erbarmungslose Vergeltung an den Verschwörern, allen voran an der rivalisierenden Familie Pazzi. Dieser Machtkampf, in dem Intrigen, Gewalt und Religion eng verwoben waren, markiert ein Schlüsselereignis des Quattrocento.
Die Ausstellung vereint Objekte aus dem Münzkabinett, der Skulpturensammlung und der Gemäldegalerie. Gezeigt werden kostbare Medaillen, darunter Stücke aus der Sammlung James Simon, sowie Reliefs, Büsten und Porträts. Ein besonderes Highlight ist das Porträt Giulianos, das Sandro Botticelli nach dessen Tod mit gesenktem Blick malte – ein Bild zwischen Trauer und politischer Botschaft.
Die Schau verdeutlicht, wie eng in der Renaissance Machtpolitik und Kunst verflochten waren: Gewalt, Intrige und religiöse Konflikte fanden ihren Widerhall in unvergänglichen Kunstwerken. Damit wird die Pazzi-Verschwörung nicht nur als politisches Drama, sondern auch als Motor künstlerischer Innovation sichtbar.
Eine Sonderausstellung des Münzkabinetts und der Skulpturensammlung in Zusammenarbeit mit der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.
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