Das ist Kunst – Der Podcast der Deichtorhallen Hamburg

Im Podcast DAS IST KUNST spricht Jumoke Olusanmi mit Künstlerinnen, Kuratorinnen und Expert*innen rund um die aktuellen Ausstellungen in den Deichtorhallen Hamburg. In den Shorties beantworten Julia Schulze Darup und Matthias Schönebäumer die wichtigsten Fragen rund um euren Ausstellungsbesuch.

Vorgestellte Künstler und Themenschwerpunkte (Auswahl)

I. Fotografie und Gesellschaft

Ein zentraler Fokus des Podcasts liegt auf der zeitgenössischen Fotografie und ihrer Rolle als Spiegel und Kommentator globaler und sozialer Entwicklungen.

  • Philip Montgomery (Ausstellung AMERICAN CYCLES): Der mexikanisch-amerikanische Fotograf dokumentiert in Schwarz-Weiß-Aufnahmen weltbewegende US-Ereignisse der letzten Jahre – von der Black-Lives-Matter-Bewegung über die Covid-Pandemie bis zu politischen Konflikten. Sein Stil ist durch das Einfangen intimer, ungeschönter und dramatischer Momente gekennzeichnet.
  • Ken Schles: Der amerikanische Fotograf beleuchtet das Leben in der New Yorker Subkultur der frühen 80er-Jahre, insbesondere die AIDS-Krise und die Gentrifizierung, wie in seinem wegweisenden Buch Invisible City.
  • Nan Goldin, David Armstrong, Mark Morrisroe und Philip-Lorca DiCorcia (Ausstellung HIGH NOON): Die Folge widmet sich der intimen Dokumentation der New Yorker Subkultur der 80er-Jahre, die Themen wie Liebe, Verfall, Sucht und AIDS aufgreift.
  • Lea Greub: Die Fotojournalistin konzentriert sich auf soziopolitische und queer-feministische Themen in Europa, wobei das Konzept von „Grenzen“ – sei es in Belfast oder in Georgien (No Georgian Dream) – immer wieder eine Rolle spielt.
  • Andrea Orejarena & Caleb Stein (Ausstellung TACTICS AND MYTHOLOGIES): Das Duo befasst sich mit dem Verhältnis von Fakt und Fiktion im digitalen Zeitalter. Sie thematisieren virale Verschwörungstheorien und Desinformationen durch einen fotografischen Roadtrip entlang vermeintlicher „Glitches“ der Realität.
  • Claudia Andujar: Die brasilianische Fotografin und Aktivistin wird für ihren jahrzehntelangen Kampf um die Rechte der indigenen Yanomami im brasilianischen Amazonas gewürdigt.
  • Kathrin Linkersdorff: In ihren wissenschaftlich inspirierten Fotografien enthüllt sie die mikroskopischen Strukturen von Blumen im Moment des Zerfalls, wobei sie sich mit den Konzepten der Vergänglichkeit und dem japanischen Wabi-Sabi auseinandersetzt.
  • Die Walther Collection (INTO THE UNSEEN): Die Ausstellung thematisiert die Möglichkeit, sich Fotografien über den reinen Sehsinn hinaus multisensorisch – fühlend, hörend, riechend – zu nähern.

II. Malerei, Skulptur und Medienreflexion

Dieser Bereich beleuchtet Künstler, die sich mit dem Medium Malerei, dem Raum und der Mediengesellschaft auseinandersetzen.

  • Katharina Grosse (Ausstellung WUNDERBILD): Die Künstlerin ist bekannt für ihre radikale, raumgreifende Malerei, die über Architekturen und Landschaften hinweggeht und die Halle für aktuelle Kunst in ein umfassendes Kunstwerk verwandelt, das Malerei, Skulptur und Architektur verbindet.
  • Franz Gertsch (Ausstellung BLOW-UP): Der 2022 verstorbene Schweizer Künstler gilt als Pionier des Fotorealismus und Meister des modernen Holzschnitts. Die Retrospektive zeigte seine überdimensionalen Gemälde der Jugend- und Musikszene der 70er-Jahre.
  • Jonathan Meese: Als „Entfant Terrible der Kunst“ diskutiert Meese seine anarchische, provokante Malerei und seine Forderung nach der „Diktatur der Kunst“, wobei er sich entschieden gegen politische Ideologie ausspricht.
  • Britta Thie (Ausstellung STUDIO): Ihre Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Malerei, Film und digitalen Medien. Sie thematisiert die Ästhetik der mediatisierten Welt, indem sie hyperrealistisch gemalte Geräte von Filmsets zu Hauptdarstellern macht.
  • Sarah Morris: Die Filmemacherin und Künstlerin abstrahiert in akribischen Gemälden urbane Architekturen und Machtverhältnisse internationaler Metropolen zu Mustern und Strukturen.
  • Martin Eder: Der Berliner Künstler spielt bewusst mit Kitsch, Trash und Groteske, wobei seine Ölgemälde – oft in altmeisterlichem Gestus mit schrillen Farben – Motive aus Popkultur und sozialen Netzwerken aufgreifen.

III. Identität, Körper und Strategien des Überlebens

Mehrere Folgen untersuchen Fragen der Identität, des Körpers in gesellschaftlichen Räumen und Strategien für die Zukunft.

  • Huguette Caland (Ausstellung A LIFE IN A FEW LINES): Die libanesische Künstlerin erforscht in ihrem vielseitigen Werk Formen der Selbstfindung in Bezug auf Themen wie Gemeinschaft, Liebe, Körperlichkeit und die Suche nach Identität.
  • Moshtari Hilal (Autorin und Kuratorin): Die Künstlerin beschäftigt sich in ihren Arbeiten und in ihrem Buch Hässlichkeit kritisch mit Körperbildern, Schönheitsidealen und dem Alltag migrantischer Familien. Sie wurde für ihre Arbeit mit dem Hamburger Literaturpreis ausgezeichnet.
  • Ausstellung STATES OF REBIRTH: Die Schau beleuchtet die Beziehungen zwischen Körper, Bewegung und gesellschaftlichen Strukturen. Der Körper wird als Träger von Machtstrukturen, aber auch als Werkzeug der Selbstermächtigung und Transformation betrachtet.
  • Cindy Sherman: Die erfolgreiche US-Fotografin inszeniert sich selbst in vielfältigen Rollen, um Schönheitsideale, Stereotypen und Gender zu hinterfragen.
  • Ausstellung SURVIVAL IN THE 21st CENTURY: In dieser thematischen Ausstellung bieten rund 40 Künstler*innen mögliche Antworten auf die Frage, wie wir im 21. Jahrhundert überleben wollen, und verwandeln das Haus in einen Lernraum für die Zukunft (School of Survival).
  • Ashley Hans Scheirl und Jakob Lena Knebl: Das österreichische Duo inszeniert opulente „Begehrensräume“, die Kunstgeschichte, Pop und Camp vereinen. Im Zentrum steht der Begriff „Trans“ in Bezug auf Identitäten, Gender und Medien.

IV. Weitere Künstler und Themen

  • Daniel Spoerri (Ausstellung ICH LIEBE WIDERSPRÜCHE): Eine Retrospektive und ein Gespräch mit Galerist Thomas Levy beleuchten das Werk des Schweizer Künstlers, der als wichtiger Vertreter des Surrealismus und der Pop Art sowie für die Rolle des Zufalls in seinem Werk bekannt ist.
  • Tom Sachs: Der US-Künstler thematisiert mit seinen spektakulären Weltraummissionen aus Sperrholz und Heißkleber (Space Programs) Konsumverhalten, Technologie-Gläubigkeit und Markenkult.
  • Omer Fast: Der israelische Videokünstler verwebt in seinem Film August das Werk des Fotopioniers August Sander mit einer dramatischen, surrealen Erzählung über Erinnerung und Vergangenheit.
  • gute aussichten 2023/24/25: Eine Schau der Preisträger*innen des renommierten Nachwuchspreises für Fotografie, die neue künstlerische Perspektiven auf das Medium präsentieren.
  • Rocko Schamoni: Der Künstler und Musiker aus der Hamburger Subkultur ist im Gespräch über die Ausstellung Ernsthaft?! Albernheit und Enthusiasmus in der Sammlung Falckenberg.

Mehr unter: deichtorhallen.de

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