Zufallsfunde, unvollständige Überlieferung, ungeklärte Befundsituationen – und dennoch erzählen bronzezeitliche Hortfunde Erstaunliches über die Gesellschaften, die sie vergraben haben. Museumsdirektor Harald Meller erklärt warum.
Schätze ohne Kontext: Das Grundproblem der Hortforschung
Viele der bedeutendsten archäologischen Funde der Bronzezeit verdanken ihre Entdeckung nicht systematischer Grabung, sondern dem Zufall – einem Pflug, einem Bagger, einem aufmerksamen Spaziergänger. Genau darin liegt das zentrale Problem ihrer Erforschung: Die Fundumstände sind oft unbekannt, die genaue Befundsituation nicht dokumentiert, die Objekte von Laien geborgen und damit häufig unvollständig überliefert. Was fehlt, ist der archäologische Kontext – jener stille Zeuge, der allein verrät, wie, wo und warum etwas vergraben wurde.
Was Horte dennoch verraten
Und dennoch sind Hortfunde von unschätzbarem wissenschaftlichem Wert. In der neuen Folge von „Museum exklusiv” führt Harald Meller, Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle, durch den neu gestalteten Ausstellungsbereich „Bronzerausch” und erläutert, was diese Fundgruppen trotz aller Lücken über die Gesellschaften aussagen, die sie hinterlassen haben. Welche Objekte wurden gemeinsam vergraben? Wie unterscheiden sich die Inventare verschiedener Horte voneinander? Und was lässt sich daraus über Handel, Ritual oder soziale Strukturen der Bronzezeit ablesen?
Weltbedeutende Funde in Halle
Das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle zählt zu den bedeutendsten archäologischen Museen Europas – nicht zuletzt dank der Himmelsscheibe von Nebra, die hier aufbewahrt wird. Die Dauerausstellung bietet mit dem Abschnitt „Bronzerausch” nun einen neu inszenierten Zugang zu einem der faszinierendsten Phänomene der Vorgeschichtsforschung. Der Film zu dieser Folge wurde direkt in diesem Ausstellungsbereich gedreht und macht die Exponate unmittelbar erlebbar.
Eine Video-Reihe für Neugierige
„Museum exklusiv” lädt regelmäßig zu Rundgängen durch das Landesmuseum ein, präsentiert Funde von weltweiter Bedeutung und wirft einen Blick hinter die Kulissen der aufwendigen Ausstellungsinszenierungen. Die Folge zu den Hortfunden ist dabei ein besonders lohnender Einstieg in eine Welt, die noch viele Geheimnisse bereithält.
Eine Thomas Claus Medienproduktion im Auftrag des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte, 2026. “Archaeofilm” ist eine geschützte Wort-Bild-Marke des Landes Sachsen-Anhalt (LDA).
Regie: Thomas Claus
Bildgestaltung: Felix Greif
Filmeditor: Alexander Woltexinger
Titelgrafik: Oliver Thomas
Ton: Tobias Engelhard
Bildrecherche: Dr. Anja Lochner-Rechta
Projektkoordination: Dr. Tomoko Emmerling
Mehr unter: www.landesmuseum-vorgeschichte.de/






