
Bonn, 1913: Im Wohnhaus von August Macke geht ein junger, aufstrebender Künstler ein und aus – sein Name ist Max Ernst. Zum 50. Todestag des Weltstars des Surrealismus kehrt die Geschichte nun an ihren Ursprung zurück. Das Museum August Macke Haus präsentiert ab dem 2. April 2026 die spektakuläre Schau „Visionen der Moderne“, die die frühen, oft übersehenen expressionistischen Wurzeln von Max Ernst mit dem leuchtenden Werk Mackes verwebt.
Die Ausstellung ist mehr als eine bloße Werkschau; sie ist die Rekonstruktion einer künstlerischen Wahlverwandtschaft, die im Rheinland ihren Anfang nahm und durch die Katastrophe des Ersten Weltkriegs jäh verändert wurde.
Ein verschollenes Meisterwerk kehrt zurück
Das Herzstück der Präsentation bilden rund 80 Exponate, darunter Gemälde, Skulpturen und seltene Zeitdokumente. Eine Sensation für die Kunstwelt: Erstmals wird eine frühe Arbeit von Max Ernst gezeigt, die jahrzehntelang als verschollen galt.
Gemeinsame Wege, getrennte Schicksale
Die Ausstellung beleuchtet die intensiven Bonner Jahre (ca. 1910–1914), in denen Ernst regelmäßiger Gast bei den Mackes war und 1913 erstmals mit der Gruppe der Rheinischen Expressionisten ausstellte.
- Der Aufbruch: Beide suchten nach einer neuen, visionären Formensprache abseits der akademischen Tradition.
- Der Bruch: Während August Macke bereits 1914 im Krieg fiel und sein Werk als vollendeter Expressionismus in die Geschichte einging, überlebte Max Ernst das Grauen und wurde zu einem Pionier des Dadaismus und Surrealismus.
- Die Frauen der Moderne: Ein besonderes Augenmerk legt Kuratorin Dr. Friederike Voßkamp auf die Ehefrauen Elisabeth Gerhardt (Macke) und Luise Straus (Ernst). Sie waren keine bloßen Musen, sondern intellektuelle Weggefährtinnen, die die Karrieren und Nachlässe ihrer Männer maßgeblich prägten.
„Wir freuen uns, zwei visionäre Vertreter der Moderne wieder an dem Ort zusammenzuführen, an dem ihre Wege einst ihren Ausgangspunkt nahmen. Es ist faszinierend, die Parallelen zwischen beiden, aber auch ihre unterschiedlichen Entwicklungen auf diese Weise zu entdecken. Gleichzeitig ist es wichtig, die Frauen ‚hinter den Künstlern‘ in den Vordergrund zu heben.“
— Dr. Friederike Voßkamp, Museumsdirektorin
Mehr unter: www.august-macke-haus.de






