Bö – Dagegenhalten! Museum Heiden zeigt politische Karikaturen von Carl Böckli

Hitler-Deutschland und Stalinismus im Visier eines Schweizer Karikaturisten: Carl Böckli, genannt Bö, war ein scharfer Kritiker totalitärer Ideologien – von links wie von rechts. Das Museum Heiden zeigt, warum seine Werke heute aktueller sind als je zuvor.

Carl Böckli (1889–1970), bekannt unter seinem Kürzel Bö, prägte von den 1920er- bis in die 1960er-Jahre als Karikaturist und Redaktionsmitglied das Schweizer Satiremagazin Nebelspalter in Rorschach. Mit Verve und Scharfsinn beobachtete der in Heiden lebende Künstler seine Umgebung und kommentierte in seinen Zeichnungen sowohl die schweizerische Wirklichkeit – die „Conditio Helvetica” – als auch das Weltgeschehen.

Was Bö besonders auszeichnete: Er war seit den 1920er-Jahren ein wacher und kompromissloser Kritiker sowohl rechter als auch linker Ideologien. Seine Karikaturen machten ihn schweizweit zu einem der bekanntesten Gegner von Hitler-Deutschland und Sowjet-Stalinismus – im Spannungsfeld zwischen Zivilcourage und der für die Schweiz prägenden Haltung der geistigen Landesverteidigung.

Eine erschreckende Aktualität

Die neue Sonderausstellung 2026/27 im Museum Heiden stellt anhand von Originalkarikaturen aus der eigenen Sammlung eine bemerkenswerte Frage: Was können Bös politische Zeichnungen von einst heute sagen? Denn wie vor hundert Jahren sind kompromisslose Ideologien, totalitäre Gesinnungen und dreiste Propaganda weltweit auf dem Vormarsch – heute verstärkt durch neue Medienkanäle, die Verbreitung und Wirkung von Propaganda ungleich beschleunigen.

Die Ausstellung trägt den programmatischen Titel „Dagegenhalten!” – ein Appell, der Bös künstlerische Haltung auf den Punkt bringt und zugleich eine Einladung an die Gegenwart ist: hinzusehen, zu hinterfragen und Position zu beziehen, so wie es Bö vor hundert Jahren mit Stift und Schärfe tat.

Mehr unter: www.museum-heiden.ch

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