Ein Museumsbau ist niemals nur eine Hülle für Exponate – er ist ein lebendiges Gefüge, das sich stetig neuen Anforderungen anpassen muss. Das Braunschweigische Landesmuseum steht aktuell vor der Herausforderung, sein historisches Bestandsgebäude für die kommenden Jahrzehnte fit zu machen. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Bauen im Bestand ist weit mehr als nur eine Renovierung.
Unvorhersehbarkeit als Konstante
Im Gegensatz zu einem Neubau, bei dem Wände auf dem Plan millimetergenau im rechten Winkel stehen, hält ein historisches Gebäude ständig Überraschungen bereit. „An einer Stelle ist die Wand 24 Zentimeter dick, geht man einen Meter weiter, sind es plötzlich 30 Zentimeter“, beschreibt einer der Verantwortlichen die baulichen Realitäten. Diese Unregelmäßigkeiten erfordern von Architekten und Planern ein hohes Maß an Flexibilität und Kreativität, um moderne Museumstechnik in die alte Substanz zu integrieren.
Dynamik und Konzepte
Bereits vor etwa 40 Jahren wurde das Gebäude mit erheblichem Aufwand umgebaut. Der aktuelle Prozess zielt darauf ab, die Nutzung für die nächsten 30 Jahre sicherzustellen. Dabei geht es nicht nur um die Statik, sondern um die inhaltliche Ausrichtung. Jedes Museum besitzt eine eigene Dynamik und individuelle Konzepte, auf die das Gebäude architektonische Antworten liefern muss.
Verantwortung für kommende Generationen
Die Modernisierung wird als Prozess „von der Pike auf“ verstanden, bei dem die komplette Neueinrichtung für den Museumsbetrieb im Vordergrund steht. Den Beteiligten ist die Tragweite ihrer Entscheidungen bewusst: Das, was heute an Grundsteinen gelegt wird, bestimmt die Arbeitsbedingungen und das Besuchserlebnis der kommenden Generationen. Ziel ist ein nachhaltiges Bauen, das den historischen Charme bewahrt und gleichzeitig den Anforderungen eines modernen, zukunftsorientierten Kulturbetriebs gerecht wird.
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