Meet the artist – Ein Portrait der chinesischen Künstlerin Cao Fei mit ihrer ersten Einzelausstellung in der Schweiz und bisher größte Überblicksschau in Europa. Das Kunstmuseum Basel zeigt mit „Testimonies to the Near Future” dreißig Schaffensjahre der chinesischen Medienkünstlerin Cao Fei – immersiv, visionär und von atemberaubender Aktualität.
Eine Pionierin digitaler Welten
Cao Fei (*1978, Guangzhou) zählt zu den prägendsten Künstlerinnen ihrer Generation. Seit über zwei Jahrzehnten untersucht sie die Auswirkungen gesellschaftlicher und technologischer Umbrüche auf das menschliche Leben – in Videos, digitalen Installationen, Fotografie, Skulptur und Virtual-Reality-Settings. Ihre frühen Werke haben eine ganze Generation von Künstlerinnen und Künstlern aus Asien und weit darüber hinaus beeinflusst. Im Kunstmuseum Basel ist ihr Werk nun erstmals in der Schweiz in einer Einzelausstellung zu erleben – und in einem Umfang, der europaweit seinesgleichen sucht.
Das Museum wird zur Stadt
Für „Testimonies to the Near Future” verwandelt Cao Fei das Kunstmuseum Basel | Gegenwart in ein Gesamtkunstwerk: eine Stadt, in der immersive Installationen und Videowelten aus drei Jahrzehnten ihres Schaffens miteinander verschmelzen. Die Ausstellung erstreckt sich über alle vier Etagen des Hauses und lädt dazu ein, tief in ein Werk einzutauchen, das nicht bloß betrachtet, sondern körperlich erfahren werden will. Die Grenze zwischen physischem und virtuellem Raum löst sich dabei zunehmend auf – aufwändige Installationen materialisieren Elemente aus den Videoarbeiten im Ausstellungsraum und machen das Imaginäre greifbar.
Fabrikhallen, Traumlandschaften, Zukunftsvisionen
Im Zentrum der Ausstellung stehen wegweisende Werke, die Cao Feis Entwicklung als Künstlerin exemplarisch dokumentieren: „Whose Utopia” (2006), „RMB City” (seit 2007), „Asia One” (2018), „Nova” (seit 2019), „Oz” (2022) und die „Hip Hop-Serie” (seit 2003). Ihre Videos und teils gamebasierten Umgebungen sind in Fabriken, Traumlandschaften und Zukunftsvisionen verortet – und verhandeln entlang dieser Schauplätze Fragen von Arbeit, Identität, Körperlichkeit, Erinnerung und der eigenartigen Schönheit einer globalisierten Welt. Ausgangspunkt ist stets das rasante Wandel Chinas, insbesondere des Perlflussdelta, seit der Reform- und Öffnungspolitik ab 1978 – dem Jahr, in dem Cao Fei selbst geboren wurde.
Dokumentarisch und surreal zugleich
Besonders bemerkenswert ist Cao Feis Fähigkeit, spekulative und surreale Elemente in beinahe dokumentarisch wirkende Arbeiten einzubinden. Ihr Blick auf Wirtschaftswachstum, Technologie und Globalisierung ist scharf und kritisch – verfällt aber nie in Zukunftspessimismus. Es ist diese Ambivalenz, die ihr Werk so eindringlich macht: Es zeigt eine Welt im Umbruch, ohne sie zu verurteilen oder zu verklären.
Film in partnership with NOWNESS
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