Lange kaum beachtet, gilt Ernst Schroeder heute unter Kennern als Kultfigur der deutschen Nachkriegskunst. Eine Sonderausstellung im Kunstmuseum Ahrenshoop würdigt nun sein außergewöhnliches Werk.
Ein Künstler zwischen den Welten
Ernst Schroeder (1928–1989) gehört zu jenen Künstlern, deren Bedeutung erst lange nach ihrem Tod ins rechte Licht gerückt wurde. Bis 1990 blieb sein Werk in der Kunstöffentlichkeit weitgehend unbeachtet – dabei hatte der norddeutsche Maler und Zeichner bereits in den 1950er Jahren erheblichen Einfluss auf das künstlerische Umfeld im zerstörten Berlin. Eine Sonderausstellung im Kunstmuseum Ahrenshoop gibt nun die Gelegenheit, dieses zu Unrecht vergessene Œuvre zu entdecken.
Ausgebildet im Westen, verwurzelt im Osten
Schroeders künstlerischer Werdegang war von Anfang an von Gegensätzen geprägt. Im Westteil Berlins erhielt er seine Ausbildung bei Max Kaus, einem einstigen Expressionisten mit Verbindungen zu Ernst Ludwig Kirchner und dem Kreis der Berliner Moderne. Doch Schroeder zog es in den Ostteil der Stadt, wo er im Kreis von Gleichgesinnten wie Harald Metzkes und Manfred Böttcher eine ganz eigene künstlerische Sprache entwickelte.
Karge Bildwelten als stille Gegenwehr
Das Ergebnis war eine Malerei in erdigen Tönen, karg, reduziert, ohne Jubel – und damit das genaue Gegenteil dessen, was die Kulturpolitik der DDR von Künstlern forderte. Während die Ideologie eine „lebensbejahende” Kunst verlangte, antwortete Schroeders Generation mit Bildern von Verlassenheit und der Sehnsucht nach dem Einfachen. Diese stille Verweigerung verlieh seinem Werk eine Ehrlichkeit, die bis heute nachwirkt.
Kultfigur unter Kennern
Unter Kunstkennern hat Ernst Schroeder längst einen fast ikonischen Status erreicht. Die Sonderausstellung im Kunstmuseum Ahrenshoop bietet nun auch einem breiteren Publikum die Chance, diesen singulären Künstler zu entdecken – und zu verstehen, warum sein kurzes Schaffen so nachhaltige Spuren hinterlassen hat.
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