Ayşe Erkmen schreibt Geschichte auf den Hamburger Bahnhof

Portrait von Ayşe Erkmen. Die Künstlerin hat den Kopf leicht auf die linke Faust gestützt und blickt entspannt in die Kamera
Ayşe Erkmen | Courtesy of the artist and Trautwein Herleth, Berlin Photography: Serdar Tanyeli

Zum 30. Jubiläum des Museums kehrt Ayşe Erkmen mit einem Werk von 2008 in neuer, dauerhafter Form zurück – und ergänzt Dan Flavins Lichtinstallation als Erkennungszeichen des Hamburger Bahnhofs in Berlin.

Ein Werk kehrt zurück – und bleibt

Ab Donnerstag, dem 27. August 2026, prägt ein neues Kunstwerk dauerhaft die Fassade des Hamburger Bahnhofs in Berlin. Die in Istanbul geborene und in Berlin lebende Künstlerin Ayşe Erkmen entwickelte es anlässlich des 30. Museumsjubiläums – als Weiterentwicklung einer Arbeit, die sie bereits 2008 für das Haus geschaffen hatte.

„no time/no flower”: Von Rot zu Gold

2008 legte Erkmen im Rahmen ihrer Ausstellung „Weggefährten” rote gezackte Metalllinien über zwei unterschiedliche Elemente der ansonsten symmetrisch gestalteten Fassade: die Uhr am östlichen und die Schmuckrosette am westlichen Turm. Die Arbeit hieß „no time/no flower” und war damals temporär installiert. Zum Jubiläum 2026 greift Erkmen dieses Werk erneut auf – nun in einer goldfarbenen, im Sonnenlicht glänzenden Variante aus PVD-beschichtetem Edelstahl. Was einst rot und zeitlich begrenzt war, bleibt nun dauerhaft und strahlt.

Eine Zeichnung über die Geschichte des Ortes

Die zeichenhafte Skulptur überschreibt die historische Fassade und verweist auf die Verwandlung des Gebäudes: vom Bahnhof zum Museum für zeitgenössische Kunst. Sie ergänzt Dan Flavins ikonische Lichtinstallation von 1996 als zweites prägendes Erkennungszeichen des Hamburger Bahnhofs im Berliner Stadtraum. Kuratiert wird das Projekt von Gabriele Knapstein, stellvertretende Direktorin und Sammlungsleitung des Hamburger Bahnhofs. Das Werk wurde 2026 mit Unterstützung von Peppermint für die Nationalgalerie erworben.

Die „Unendliche Ausstellung”: Ein wachsendes Ensemble

„no time/no flower” (2008/2026) wird Teil der „Unendlichen Ausstellung” – einem Rundgang durch 23 dauerhafte Installationen, Interventionen und Skulpturen aus der Sammlung des Hamburger Bahnhofs in Innen- und Außenräumen. Seit Juni 2023 führt eine Microsite (www.endless-exhibition.de) und ein Booklet durch alle Stationen, die Dan Flavins Lichtinstallation ebenso umfassen wie historische Orte wie den ehemaligen Grenzübergang Invalidenstraße und Christian Boltanskis „The Missing House”. Jährlich ergänzt eine neue ortsspezifische Auftragsarbeit das Ensemble – nach Judith Hopf (2023), Claudia Wieser (2024) und Susan Philipsz (2025) nun Ayşe Erkmen.

Eine Künstlerin mit langer Verbindung zum Haus

Ayşe Erkmen studierte Skulptur an der Staatlichen Kunstakademie Istanbul und ist seit Jahrzehnten international präsent – mit Teilnahmen an den Skulptur Projekten Münster 1997, der Biennale di Venezia 2011 und zahlreichen Einzelausstellungen. Sie lehrte an der Universität Kassel, der Städelschule Frankfurt und war Professorin für Bildhauerei an der Kunstakademie Münster. 2012 wurde sie Mitglied der Akademie der Künste Berlin, 2020 mit dem Ernst Franz Vogelmann-Preis für zeitgenössische Skulptur ausgezeichnet.

Mehr unter: www.smb.museum

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