Luthers letzter Weg: Eisleben im Fokus des Welterbejubiläums

30 Jahre UNESCO-Weltkulturerbe der Luthergedenkstätten – im August steht das Museum „Luthers Sterbehaus” in Eisleben im Mittelpunkt eines vielfältigen Programms aus Führungen, Vorträgen, Workshops und Yoga im historischen Innenhof.

Luthers Sterbehaus Eisleben, Foto: Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Tomasz Lewandowski

30 Jahre, 6 Stätten, ein Welterbe

Seit dem 7. Dezember 1996 gehören die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zum 30. Jubiläum rückt jeden Monat eine der sechs Stätten besonders in den Fokus – ab dem 7. August ist es das Museum „Luthers Sterbehaus” in Eisleben, der Ort, an dem Martin Luther (1483–1546) seine letzten Tage verbrachte und am 18. Februar 1546 starb.

Luthers letzte Reise: Was in Eisleben geschah

Als Luther Anfang 1546 nach Eisleben reiste, sollte er im Auftrag der Grafen von Mansfeld einen Erbstreit schlichten. Trotz angeschlagener Gesundheit übernahm er die Aufgabe, predigte in der Andreaskirche und ordinierte zwei evangelische Geistliche – seine letzte Amtshandlung. In der Nacht vom 17. auf den 18. Februar 1546 verschlechterte sich sein Zustand dramatisch. Sein Tod erschütterte das gesamte Reich. Von Eisleben aus trat sein Leichnam die Reise nach Wittenberg an, wo er in der Schlosskirche beigesetzt wurde.

Luthers Sterbehaus Eisleben, Foto: Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Tomasz Lewandowski

Das Museum am Andreaskirchplatz 7 erinnert seit dem 18. Jahrhundert an diesen Ort. Seit 1994 dient das Haus vollständig als Museum; ein 2013 eröffneter Neubau erweitert die Präsentationsmöglichkeiten.

Das Programm im August: Ein Monat voller Angebote

Den Auftakt macht am 7. August um 17 Uhr eine kostenlose Sonderführung „30 Minuten Welterbe” – der Museumseintritt ist an diesem Tag auf 2,50 Euro ermäßigt.

Vom 10. bis 14. August lädt ein Kinderworkshop (10–12 Uhr) Sechs- bis Zwölfjährige ein, zwei unerwartete Ausstellungsstücke zu erkunden: Stachelschwein und Einhorn. Wie kamen diese Exponate ins LutherMuseum – und warum? Im Anschluss können die Kinder in der Druckwerkstatt eigene Ausstellungsstücke entwerfen.

Am 13. August um 18:30 Uhr nimmt die Reihe „Museum nach Feierabend” Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch die Welterbestadt Quedlinburg – präsentiert von Welterbemanagerin Katrin Kaltschmidt.

Am 21. August um 18:30 Uhr stellt Robert Hartmann, Abteilungsleiter für Baudenkmalpflege in der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und UNESCO-Site-Manager, das Dessau-Wörlitzer Gartenreich vor – unter dem Titel „Gartenreich Dessau-Wörlitz – Warum eine Landschaft Welterbe wurde”.

Am 26. August lädt „Yoga im Welterbe” in den historischen Innenhof: Um 17 Uhr steht Sitzyoga auf dem Programm, um 18 Uhr eine Einheit mit Fokus auf den Rücken.

Den Abschluss bildet am 30. August ab 14 Uhr der 21. Spaziergang auf dem Lutherweg durch Eisleben – mit elf Stationen, Sanduhren basteln im Sterbehaus und Kurzführungen im Geburtshaus.

Eintritt zu Vorträgen und Yoga ist frei. Anmeldung unter service@luthermuseen.de oder Tel. 03491 / 4203 171.

Die Ausstellungen im Museum

Die Dauerausstellung „Luthers letzter Weg” begleitet Besucherinnen und Besucher auf Luthers letzter Reise und beleuchtet, wie die Reformation den Blick auf das Sterben verändert hat. Die Sonderausstellung „1525! Aufstand für Gerechtigkeyt” lädt besonders junge Gäste ein, auf einem begehbaren Spielbrett in die Rollen von Menschen zur Zeit des Bauernkriegs zu schlüpfen.

Die weiteren Schwerpunktmonate des Jubiläums

Ab 7. September: Lutherhaus Wittenberg – ab 7. Oktober: Schlosskirche Wittenberg – ab 7. November: Luthers Geburtshaus Eisleben – ab 7. Dezember: Stadtkirche St. Marien Wittenberg.

Mehr unter: www.luthermuseen.de

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