Geheimnisse in Ton und Bronze: Christian Schilling und seine „Wunderkammer” im Gerhard-Marcks-Haus

Zwischen Comic, Kunstgeschichte und queerer Perspektive – der Bremer Bildhauer Christian Schilling bringt seine vielschichtigen Figurenwelten ins Gerhard-Marcks-Haus.

Ein Bremer Künstler mit internationaler Reichweite

Christian Schilling, 1960 in Bremen geboren, gehört zu den wenigen Künstlerinnen und Künstlern aus der Hansestadt, die im Leslie-Lohman Museum of Art in New York ausgestellt haben – dem weltweit ersten Museum, das ausschließlich LGBTQIA+ Perspektiven zeigt. Diese internationale Referenz gibt einen ersten Hinweis auf die besondere Positionierung seines Werks.

Figuren zwischen Comic und Kunstgeschichte

Schillings Skulpturen und Ensembles sind auf eine eigentümliche Weise übertrieben figürlich – zugleich verspielt und gelehrt. Seine Arbeiten bewegen sich souverän zwischen Comic-Ästhetik und kunsthistorischen Anspielungen, etwa auf die ägyptische Amarna-Zeit mit ihren charakteristischen, elongierten Körperformen. Was auf den ersten Blick leicht wirkt, entfaltet bei näherer Betrachtung eine überraschende Tiefe.

Objekte voller Geheimnisse

Viele von Schillings Werken sind mehrteilig – und Träger von Geheimnissen. Die Ausstellung „Wunderkammer” lädt dazu ein, diesen Geheimnissen nachzuspüren. Auch wenn die Objekte nicht angefasst werden dürfen, werden im Laufe des Ausstellungsbesuchs einige von ihnen gelüftet. Das Versprechen der Entdeckung ist damit ausdrücklich Teil der Ausstellungserfahrung.

Eine Wunderkammer im besten Sinne

Der Titel der Ausstellung ist Programm: Die Wunderkammer als historisches Sammlungskonzept steht für die Lust am Staunen, am Kuriosen, am Unerwarteten. Schillings Figurenwelten greifen diesen Gedanken auf und übersetzen ihn in eine zeitgenössische, queere und kunsthistorisch versierte Bildsprache.

Mehr unter: marcks.de

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