
Wiesbaden festigt seinen Ruf als Welthauptstadt der Jawlensky-Forschung. Mit dem Ankauf des Gemäldes „Bahnhof-Füssen im März“ (1905) sichert sich das Museum Wiesbaden ein zentrales Puzzlestück der Klassischen Moderne. Gefördert durch die Kulturstiftung der Länder, kehrt damit ein Werk an den Ort zurück, der für Alexej von Jawlensky zur lebenslangen Heimat wurde.
Das Gemälde ist weit mehr als eine Landschaftsdarstellung – es ist das Dokument einer künstlerischen Befreiung.
Ein Schlüsselwerk der Umbruchphase
Im Frühjahr 1905 verbrachte Jawlensky zwei wegweisende Wochen in Füssen, begleitet von seiner Partnerin und Mentorin Marianne von Werefkin. In dieser kurzen Zeit entstand ein Zyklus von nur zwölf Bildern, die Jawlenskys Abschied vom Impressionismus markieren.
- Van Goghs Erbe: In „Bahnhof-Füssen im März“ wird der Einfluss von Vincent van Gogh greifbar. Jawlensky nutzt den Pinselduktus nicht mehr nur zur Abbildung, sondern als eigenständiges, rhythmisches Gestaltungsmittel.
- Weg zum Expressionismus: Der flächige Aufbau und die leuchtende Farbigkeit kündigen bereits jene Revolution an, die wenig später in Murnau gemeinsam mit Kandinsky und Münter den Expressionismus begründen sollte.
Wiesbaden: Das Zentrum der Jawlensky-Welt
Mit nunmehr 117 Werken beherbergt das Museum Wiesbaden die international bedeutendste Sammlung des deutsch-russischen Malers. Doch der Neuzugang ist nicht die einzige Sensation:
- Erstmals „Füssen“ im Bestand: Bisher fehlte ein Werk aus diesem spezifischen Zyklus in der Wiesbadener Sammlung.
- Das Archiv kommt nach Hause: Seit 2025 befindet sich das umfangreiche Jawlensky-Archiv im Museum. Briefe, Dokumente und persönliche Gegenstände werden dort nun wissenschaftlich erschlossen.
„Mit ‚Bahnhof-Füssen im März‘ gelangt nun ein Schlüsselwerk aus einer Umbruchphase in den Bestand. Damit wird das Museum Wiesbaden als zentraler Ort der Jawlensky-Forschung weiter gestärkt.“ — Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder
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