Schon im Alter von sechs oder sieben Jahren war es früher völlig normal, dass Kinder in die Heimarbeit oder den elterlichen Betrieb eingebunden wurden. In landwirtschaftlichen Betrieben war die Mithilfe der Kinder oft unumgänglich, da die Arbeit von früh morgens bis spät abends anfiel.
Spielzeug und Werkzeug: Das Leiterwägelchen
Ein zentrales Exponat in diesem Teil der Ausstellung ist ein kleines Leiterwägelchen.
- Vorbereitung auf die Zukunft: Das Wägelchen diente sowohl als Spielzeug als auch als Werkzeug. Durch den spielerischen Umgang wuchsen die Kinder ganz natürlich in ihre zukünftigen Aufgaben hinein.
- Persönlicher Bezug: Die Vermittlerin Linda Christinger erwähnt, dass selbst ihr Vater (Jahrgang 1938) noch ganz selbstverständlich mit einem solchen Wagen zum Einkaufen im Dorf geschickt wurde.
Abgrenzung zur Kinderarbeit
Der Beitrag unterscheidet zwei wichtige Aspekte:
- Selbstverantwortung statt Ausbeutung: Die gezeigte Hausarbeit wird nicht als „Kinderarbeit“ im strengen juristischen Sinne verstanden, sondern als ein Prozess der Verantwortungsübernahme innerhalb der Familie.
- Existenzielle Notwendigkeit: Ohne die Hilfe der Kinder hätten viele Familien damals schlichtweg nicht überleben können; die Mitarbeit war eine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit.
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