Das Neue Jüdische Museum Frankfurt feiert am Sonntag, 26. Oktober 2025, von 10 bis 22 Uhr sein 5-jähriges Jubiläum mit einem großen Fest am Bertha-Pappenheim-Platz. Seit der Eröffnung am 21. Oktober 2020 hat das Museum trotz coronabedingter Verzögerungen rund 400.000 Besucherinnen und Besucher empfangen und sich als zentraler Ort für Kunst, Kultur und gesellschaftspolitischen Diskurs etabliert. Bereits 2022 wurde der Neubau mit der Großen Nike, dem wichtigsten deutschen Architekturpreis, ausgezeichnet.
Highlights der letzten fünf Jahre
In nur fünf Jahren eröffnete das Museum zehn Wechselausstellungen, sechs Kabinettausstellungen und drei Pop-up-Präsentationen. Es gelang unter anderem, die größte Sammlung an Fotografien von Gisèle Freund in Deutschland aufzubauen und Werke von Moritz Daniel Oppenheim sowie den Nachlass von Benno Elkan anzukaufen. Internationale Künstlerinnen, Musiker, Intellektuelle und Politiker besuchten das Haus – von Alice Merton und Mike D. von den Beastie Boys bis zu Wolf Biermann, Igor Levit, Samuel Finzi und dem spanischen König Felipe VI.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Goldenen Apfel, einem Gewölbekeller aus 1809, der seit 2023 als multimediale Ausstellung zum Kampf um Gleichberechtigung genutzt wird. Hier sollen künftig digitale Experimente, partizipative Projekte und Demokratiebildung stattfinden. Für ihre Arbeit wurde die Direktorin Prof. Dr. Mirjam Wenzel 2024 mit dem Hessischen Kulturpreis ausgezeichnet.
Antwort auf antisemitische Gewalt
Das Museum reagierte auf die Zunahme antisemitischer Gewalt nach dem 7. Oktober 2023 mit einer Bildungsoffensive an Schulen und Veranstaltungen zur Reflexion von Antisemitismus. Fast zwei Jahre lang erinnerte eine Soundinstallation an die nach Gaza verschleppten Geiseln. Die Besucherzahlen und Mitgliedschaften stiegen um 27 Prozent.
Jubiläum und neue Initiativen
Anlässlich des 5-jährigen Jubiläums startet das Museum eine Image-Kampagne unter dem Motto „Wir lieben Mentshn“, initiiert von Daniel Donskoy. Begleitend wird die Social-Media-Präsenz ausgebaut, inklusive eines TikTok-Kanals, um junge Zielgruppen zu erreichen und Desinformation über jüdische Kultur zu begegnen.
Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurde der Raum „Gegen den Judenhass“ interaktiv umgestaltet. Besucherinnen und Besucher können an Feedback-Wänden teilnehmen, historische Klebezettel verwenden und Wimmelbilder ausmalen. Highlights sind Benno Elkans Leuchter „Die fünf Makkabäer“ und ein Gebärdensprachenfilm zu Friedrich Hollaenders Lied „An allem sind die Juden schuld“. Die Videoinstallation „Ask the Rabbi“ wurde auf hochauflösenden LED-Screens aktualisiert.
Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt, betont: „Das Neue Jüdische Museum Frankfurt hat sich in fünf Jahren zu einer zentralen Stimme der Stadt entwickelt. Als ‚Museum ohne Mauern‘ prägt es das kulturelle Profil Frankfurts weit über die Stadtgrenzen hinaus.“
Mehr unter: www.juedischesmuseum.de





