Zwischen Krieg und Eleganz: Flaka Haliti verwandelt die Glashalle des Lehmbruck Museums

Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Sculpture 21st“ bespielt die Künstlerin Flaka Haliti die große Glashalle des Duisburger Lehmbruck Museums. Ihre Installation schafft ein Spannungsfeld zwischen monumentaler Präsenz und demokratischem Freiraum – und bringt die Narben der Vergangenheit in einen modernen, technoiden Kontext.

Für die Architektur des Lehmbruck Museums, die wie kaum eine andere für die Transparenz und Monumentalität der Moderne steht, hat Flaka Haliti eine ortsspezifische Arbeit geschaffen, die sowohl materiell als auch historisch tief geschichtet ist.

Lichtskulpturen mit militärischer Vergangenheit

Die Installation besteht aus acht großformatigen Lichtskulpturen. Das Herzstück dieser Arbeiten bilden Kunststoff-Fensterpaneele, die eine ganz besondere Herkunft haben: Sie stammen aus ehemaligen KFOR-Militärlagern im Kosovo.

Diese Paneele sind gezeichnet von ihrer Geschichte; sie wirken von der Sonne fast „verbrannt“. Haliti kontrastiert dieses verlebte Material mit sehr edel schimmernden, silbernen Stahlrahmen. In dieser Kombination prallen zwei Welten aufeinander: Die rohe Gewalt und funktionale Härte des Krieges trifft auf die kühle Eleganz einer technoiden, neuen Formsprache.

Der leere Raum als demokratisches Versprechen

Besonders bemerkenswert ist die Anordnung der Skulpturen in der Glashalle. Haliti hat sich bewusst dafür entschieden, die Mitte der Halle völlig leer zu lassen. Dieser bewusste Verzicht auf eine zentrale Bespielung schafft einen neuen, offenen Raum für die Besucher.

Die Künstlerin beschreibt diesen Ansatz als den Wunsch, „gleichzeitig offen für alles und geschlossen für alles“ zu sein – ein zutiefst demokratischer Ansatz. Die Architektur der Halle, die für Monumentalität steht, wird so um eine Ebene der Partizipation und des individuellen Freiraums erweitert.

Mehr unter: lehmbruckmuseum.de

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