Zwischen Alphabet und Echo: Tobias Pils im mumok Wien

Abstrakt oder gegenständlich? Für den österreichischen Künstler Tobias Pils spielt diese Kategorisierung keine Rolle. Vielmehr versteht er sein Werk als eine wachsende Sprache. Das mumok widmet dem international erfolgreichen Maler nun eine umfassende Werkschau, die die letzten zehn Jahre seines Schaffens beleuchtet.

Mit der Ausstellung „Shh“ präsentiert das mumok (Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien) einen tiefen Einblick in das Universum von Tobias Pils. Die Schau ist kuratorisch „rückwärts“ gedacht: Während die neuesten Arbeiten der letzten drei Jahre die Eingangsebene bespielen, finden sich frühere Werke auf der Ebene -2.

Malerei als persönliche Sprache

Pils beschreibt seine künstlerische Arbeit als das Zusammensetzen eines erarbeiteten Vokabulars. Seine Motive speisen sich aus persönlichen Erfahrungen: Kinderdarstellungen referenzieren seine eigenen Kinder, gebrochene Körperteile erinnern an eine eigene Schulterverletzung. Um eine universelle Relevanz zu erreichen, kombiniert er diese persönlichen Elemente mit Fremdem. Sein Idealzustand: Wenn ihm das eigene Bild am nächsten Tag im Atelier selbst fremd erscheint.

Von der Zeichnung zur Farbe

Obwohl Pils heute vor allem für seine Malerei bekannt ist, liegt sein Ursprung in der Grafik. Aus einer räumlichen Notsituation heraus begann er als Jugendlicher ausschließlich zu zeichnen.

  • Schwarz-Weiß-Ästhetik: Die Reduktion der Farbe zog sich lange durch sein Werk, wobei Pils sich selbst nie als reinen Schwarz-Weiß-Maler verstand.
  • Zufall und Farbe: Der Einzug von Farben wie Blau und Grün in seine Bilder war oft dem Zufall geschuldet – etwa dem Griff zur falschen Farbtube im Atelier.
  • Tuschgrafiken als Reflexion: Seine grafischen Arbeiten sind keine vorbereitenden Skizzen, sondern Meditationen über bereits abgeschlossene Bilder.

Ein flüchtiges Echo: Die Wandmalerei

Eigens für die Wiener Ausstellung schuf Pils eine monumentale Wandmalerei. Diese „überdimensionierte Zeichnung“ versteht er als ein Echo auf ein bestehendes Bild eines aufrechten Mädchens; in der Wandarbeit legt sich die Figur jedoch in den Raum hinein. Das Besondere: Diese Arbeit hat nur eine begrenzte Lebensdauer für die Zeit der Ausstellung.

Mit dieser Werkschau unterstreicht das mumok Pils’ Bedeutung als österreichischer Künstler mit internationaler Strahlkraft, der bereits in den USA und Deutschland große Erfolge feierte.

Mehr unter: mumok.at

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