Why are artists poor? Diskussion mit Kuba Szreder und Max Clausen

Die zeitgenössische Kunstszene ist ein brutaler Wettlauf: Im Gespräch am ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe seziert Autor Kuba Szreder die „grausame Ökonomie“ der Projektarbeit. Im Fokus steht das sogenannte „Projektariat“ – jene Kunstschaffende, deren Existenz zwischen kreativer Freiheit und struktureller Armut zerrieben wird.

Sie sind ständig in Bewegung, disziplinübergreifend und voller Enthusiasmus: Die „Projektarier:innen“ prägen die heutige Kunstwelt. Doch die Freiheit, die Projekte versprechen, kommt mit einem hohen Preis. Das ZKM in Karlsruhe widmete sich in einer spannenden Diskussion der Frage „Why are artists poor?“ und beleuchtete die prekären Arbeitsbedingungen hinter den Kulissen der Kulturproduktion.

Das ABC der Ambivalenz

Der polnische Kurator und Dozent Kuba Szreder (Akademie der Schönen Künste in Warschau) analysiert in seinem Buch „The ABC of the projectariat“ (2021) die grundlegende Ambivalenz der Projektökonomie.

Projekte ermöglichen es Künstler*innen, ihre Ateliers zu verlassen, Disziplinen zu überschreiten und neue Ressourcen zu mobilisieren. Gleichzeitig sind sie aber auch zu Werkzeugen des neoliberalen Managements geworden. Künstler*innen und Kurator*innen müssen in einem gnadenlosen Wettlauf von Abgabefrist zu Abgabefrist existieren.

„Als ‚Projektarier:innen‘ bewegen sie sich in einer Kunstwelt, in der Enthusiasmus mit Ausgrenzung, Mobilität mit Armut und Selbstunternehmertum mit Angst gepaart ist. Sie zirkulieren – oder gehen unter.“

Zirkulieren oder Untergehen

Im Gespräch mit Max Clausen (Filmemacher, ZKM | Videostudio) analysierte Szreder, wie die Realität des „Projektariats“ von befristeten Verträgen, intensivem Wettbewerb und einer „the-winner-takes-it-all“-Wirtschaft strukturell geprägt ist. Die Diskussion liefert eine essenzielle und kritische Perspektive auf die Arbeitsbedingungen in den sich ständig erweiternden Netzwerken der zeitgenössischen Kunst.

Sehen Sie die Aufzeichnung des Gesprächs und tauchen Sie ein in die Analyse, die belegt, dass Armut in der Kunst kein Zufall, sondern ein strukturelles Problem ist.

Mehr unter: zkm.de

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