Wegmarken Jüdischer Geschichte: Ein Impuls für ein neues Museum in Hamburg

Braucht Hamburg ein eigenes Jüdisches Museum? Diese Debatte ist seit 2024 in vollem Gange. Anja Dauschek, Direktorin des Altonaer Museums, positioniert sich in einem aktuellen Beitrag klar: Der neue Projektraum „Wegmarken Jüdischer Geschichte“ ist nicht nur eine Ausstellung, sondern ein entscheidender Testlauf für die Zukunft.

In Hamburg wird jüdische Geschichte aktuell an wenigen Orten umfassend erzählt. Da das Museum für Hamburgische Geschichte wegen Sanierung geschlossen ist, schließt der Projektraum im Altonaer Museum eine wichtige Lücke. Für Anja Dauschek ist er der erste Schritt, um zu diskutieren, wie ein eigenständiges Museum in der Hansestadt aussehen könnte.

Eine Geschichte zweier Gemeinden

Die jüdische Historie Hamburgs ist laut Dauschek eine ganz besondere. Sie beginnt bereits im 17. Jahrhundert mit der Koexistenz zweier unterschiedlicher Gemeinden:

  • Der sephardischen Gemeinde (Nachfahren der Juden von der Iberischen Halbinsel)
  • Der aschkenasischen Gemeinde (deutsch-jüdische Tradition)

Diese doppelte Präsenz und die daraus resultierenden unterschiedlichen Gemeindeordnungen machen die Hamburger Geschichte im Vergleich zu anderen Städten einzigartig.

Warum Altona der richtige Ort ist

Es ist kein Zufall, dass dieser Projektraum in Altona beheimatet ist. Lange Zeit war die jüdische Geschichte Hamburgs im Kern eine Altonaer Geschichte. Während Jüdinnen und Juden in der Hamburger Altstadt über lange Perioden weder Eigentum besitzen noch ihren Glauben frei ausüben durften, herrschte im damals dänischen Altona Glaubens- und Gewerbefreiheit.

Ein Ort der Diskussion

Der Projektraum dient derzeit als einer der wenigen Orte in Hamburg (neben der Israelitischen Töchterschule), an dem diese Geschichte im Überblick erzählt wird. Er soll als Labor fungieren, um aus Museumssicht „in die Tiefe zu gehen“ und zu zeigen, dass es sich lohnen würde, ein dauerhaftes jüdisches Museum für die gesamte Stadt zu planen.

Die „Wegmarken Jüdischer Geschichte“ laden dazu ein, die Vergangenheit neu zu entdecken und gleichzeitig die kulturelle Zukunft Hamburgs mitzugestalten.

Mehr unter: shmh.de

Museumskalender

Bild mit der Aufschrift "Museumsnachrichten". Link zu den Nachrichtentexten auf museumsfernsehen.de

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