Im OK Linz wird der hybride Raum „WANDALA“ zum Schauplatz einer kraftvollen künstlerischen Selbstermächtigung. Die Künstler*innen Namafu Amutse, Mbaye Diop und Olivia Mary Nantongo fordern überlieferte Afrika-Bilder heraus und setzen koloniale Hinterlassenschaften sowie stereotype Körperbilder in einen neuen, kritischen Kontext.
Die Ausstellung WANDALA versteht sich als diskursiver Raum, der die tief verwurzelten Narrative über den afrikanischen Kontinent dekonstruiert. Inspiriert von der Frage des Politikwissenschaftlers Achille Mbembe – „Warum ist Afrika so durchlöchert und unterhöhlt?“ – begegnen die drei künstlerischen Positionen der historischen Viktimisierung mit radikalem Widerspruch und neuen Geschichten.
Drei Perspektiven auf Identität und Widerstand
Die gezeigten Arbeiten nutzen den Körper als zentrales Medium, um gesellschaftliche Spannungen und kulturelle Transformationen sichtbar zu machen:
- Namafu Amutse (Namibia): In ihren Fotografien inszeniert sie Schwarze Körper, um die Fluidität und Dynamik afrikanischer Identität zu erforschen. Ihre Bilder entziehen sich starren Definitionen und feiern eine sich ständig wandelnde Selbstwahrnehmung.
- Mbaye Diop (Senegal): Seine Werke thematisieren das Spannungsfeld zwischen Tradition und der Überformung durch das koloniale Erbe. Der eigene Körper wird dabei zum Schauplatz von Widerstand, zeigt aber auch die Spuren tiefer Erschöpfung durch diese permanenten gesellschaftlichen Kämpfe.
- Olivia Mary Nantongo (Uganda): Sie nutzt ihren Körper als wandelbare Skulptur. Durch das Experimentieren mit Weiblichkeit, Zorn und einer aufrührerischen Bildsprache entzieht sie sich bewusst exotisierenden Erwartungen und bricht mit dem männlich geprägten Blick.
Kulturelle Selbstermächtigung
WANDALA bietet die Chance, das „Antlitz der Versklavung“ abzulegen. Die Ausstellung im OK Linz zeigt eindrucksvoll, wie Kunst dazu beitragen kann, Jahrhunderte der Plünderung und Drangsalierung durch neue, selbstbestimmte Narrative zu ersetzen. Es geht um die Rückeroberung der eigenen Geschichte und die Sichtbarmachung einer kraftvollen Gegenwart.
Kuratiert von Martin Wassermair Film: www.dorftv.at/
Mehr unter: www.ooekultur.at





