Das Aargauer Kunsthaus und das Kunstmuseum Solothurn bündeln ihre Kräfte für eine außergewöhnliche Kooperation. In einer umfassenden Werkschau präsentieren sie die Entwicklung der Videokunst – eine Zeitreise durch die Mediengeschichte, die von den technischen Anfängen bis zu hochmodernen Installationen reicht.
Eine Allianz für das digitale Erbe
Die Motivation hinter dieser Doppelausstellung liegt in der Aufarbeitung der eigenen Bestände. In den vergangenen Jahren wurden die Sammlungen beider Häuser intensiv digitalisiert und konserviert. Die Schau erzählt dabei nicht nur die Ausstellungsgeschichte der Museen, sondern beleuchtet auch die Rolle der “Videocompany”, die über drei Jahrzehnte hinweg viele der gezeigten Arbeiten produziert hat.
Technikgeschichte als Kunstparcours
Die Ausstellung verzichtet auf eine rein chronologische Abfolge. Stattdessen lädt sie zum “Durchschreiten” verschiedener Präsentationsformen ein. Ein Highlight bildet die Monitorengalerie: Hier erleben Besucher im Schnelldurchlauf die Entwicklung von den späten 1960er-Jahren bis 2017. Dabei stehen nicht nur die künstlerischen Inhalte im Fokus, sondern auch der Wandel der Hardware – von schweren Röhrenmonitoren bis hin zu flachen Bildschirmen.
Kritische Reflexion des Medienkonsums
Ein zentrales Werk der Ausstellung stammt von Kidlat Tahimik. Mit seiner Monitor-Installation übt er spielerisch Kritik am allabendlichen Bilderflackern und macht gleichzeitig das Verhalten der Betrachter selbst zum Thema. Trotz des technologischen Wandels bleibt die konservatorische Herausforderung groß: Hardware altert, doch das Ziel ist es, die Werke in ihrer ursprünglichen Form – gebunden an die sichtbare Technik – erlebbar zu machen.
Das Fazit der Kuratoren ist jedoch zeitlos: Unabhängig von der rasanten Entwicklung der Heimelektronik bleibt das Medium zweitrangig – am Ende zählt die künstlerische Aussage, denn „Kunst ist einfach Kunst“.
Produktion:arttv.ch
Mehr unter: aargauerkunsthaus.ch und www.kunstmuseum-so.ch





