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Licht und Finsternis: Dr. Hannah Übler über die Anfänge des Universums mit James Webb – Wissenschaft für Jedermann
14. Januar | 19:00
Wie sah das Universum aus, als die ersten Lichter angingen? Dr. Hannah Übler nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise zurück in die erste Jahrmilliarde nach dem Urknall. Mit Hilfe des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) sucht die Astrophysik nach den Antworten auf die fundamentalsten Fragen unserer Existenz: Woher kommen die Elemente, aus denen wir bestehen, und wie entstanden die gigantischen Schwarzen Löcher im Herzen der Galaxien?
Der Vortrag beleuchtet die Ära der „kosmischen Morgendämmerung“, eine Zeit, in der das Universum aus der totalen Finsternis heraustrat und die ersten Strukturen bildete, die wir heute mit modernster Technik beobachten können.
Die Alchemie der Sterne: Warum wir „Sternenstaub“ sind
Ohne die allerersten Sterne wäre das Universum ein einsamer Ort aus Wasserstoff und Helium geblieben. Dr. Hannah Übler erklärt die zentrale Rolle dieser frühen Sonnen:
- Elementbildung: Nur im extrem heißen Inneren von Sternen können leichte Atome zu schwereren Elementen verschmelzen (Nukleosynthese).
- Grundlage des Lebens: Alles, was uns umgibt – Kohlenstoff, Sauerstoff, Eisen – wurde einst in Sternen geschmiedet.
- Lichtquellen: JWST ermöglicht es uns nun erstmals, diese frühesten Lichtquellen direkt zu studieren und die chemische Anreicherung des Kosmos zu verstehen.
Das Rätsel der dunklen Giganten
Ein weiteres großes Mysterium der Astrophysik ist die Entstehung massereicher Schwarzer Löcher. In unserer Milchstraße befindet sich ein Schwarzes Loch mit der Masse von vier Millionen Sonnen. Doch wie konnten solche Giganten so kurz nach dem Urknall entstehen?
„Ihr Ursprung muss, wie jener der ersten Sterne, in den Anfängen des Universums liegen.“ – Dr. Hannah Übler
Die Forschung steht hier vor einem Paradoxon: Die Zeitspanne in der ersten Jahrmilliarde scheint fast zu kurz für das enorme Wachstum dieser Objekte. Der Vortrag präsentiert hierzu die neuesten, teils noch ungelösten Rätsel der Astrophysik.
James Webb: Unsere Zeitmaschine ins All
Das James-Webb-Weltraumteleskop fungiert als ultimatives Werkzeug für diese Spurensuche. Da das Licht aus der Frühzeit des Universums durch die kosmische Ausdehnung in den Infrarotbereich gestreckt wurde, kann nur ein Teleskop wie das JWST diese „Echoes der Vergangenheit“ einfangen.
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