
KI schreibt Geschichte – Chance oder Risiko? – Diskussion in der Archäologischen Staatssammlung
5. Februar | 19:00
In Sekundenschnelle generiert Künstliche Intelligenz (KI) heute hyperrealistische Videos von Caesars Legionen oder steinzeitlichen Siedlungen. Doch was die Zuschauer für eine Zeitreise halten, ist oft eine digitale Fata Morgana. Wo endet die archäologische Korrektheit und wo beginnt die verzerrte Illusion?
Am Donnerstag, den 5. Februar 2026, laden der Bayerische Rundfunk und die Archäologische Staatssammlung München zu einer Debatte ein, die den Kern unserer Erinnerungskultur trifft: „KI schreibt Geschichte – Chance oder Risiko?“
Die Gefahr der schönen Bilder
Für Filmschaffende ist KI ein Segen; sie ermöglicht visuelle Welten, die früher Millionen gekostet hätten. Doch für die Geschichtswissenschaft birgt die Technologie Risiken. KI-Modelle basieren auf vorhandenen Daten – und damit oft auf populärkulturellen Klischees statt auf harten archäologischen Fakten. Wenn die KI ein „Römerlager“ generiert, spuckt sie oft eine Mischung aus Hollywood-Ästhetik und Gaming-Optik aus, die mit der historischen Realität wenig zu tun hat.
Expertenrunde im Diskurs
In der Archäologischen Staatssammlung diskutieren Experten aus Wissenschaft, Film und Technik über die Macht der Algorithmen:
- PD Dr. Holger Wendling (Archäologische Staatssammlung): Beleuchtet die archäologische Perspektive und die Frage, wie man wissenschaftliche Erkenntnisse vor digitaler Verfälschung schützt.
- Prof. Dr. Sylvia Rothe (HFF München): Die Expertin für KI in der Medienproduktion erklärt, wie die Technologie Bilderwelten erschafft und wo ihre Grenzen liegen.
- Daniel Harrich (Filmemacher & Journalist): Diskutiert die ethische Verantwortung von Medienschaffenden bei der visuellen Rekonstruktion von Geschichte.
- Michael Gödde (Videoreality GmbH): Gibt Einblicke in die technischen Möglichkeiten und das Potenzial von Virtual Reality für die Wissensvermittlung.
Moderiert wird der Abend von Birgit Kappel (Bayerischer Rundfunk). Die Veranstaltung verspricht spannende Einblicke in die Frage, ob wir in Zukunft noch zwischen „echter“ Geschichte und KI-generierter Fiktion unterscheiden können.

