
Digitale Erinnerung: Das Projekt „In Echt?“ im Brandenburg Museum
22. Januar | 18:00
Mit dem Ende der Ära der NS-Zeitzeugenschaft steht die Geschichtsvermittlung vor einer ihrer größten Herausforderungen: Wie bewahren wir die Authentizität des Erlebten für künftige Generationen? Das wegweisende Projekt „In Echt?“ sucht Antworten in der digitalen Welt.
Zur Veröffentlichung der begleitenden Publikation im transcript Verlag (Januar 2026) lädt das Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte zu einer vielschichtigen Abendveranstaltung ein, die Wissenschaft, Emotion und modernste Technik verbindet.
Die Publikation: Erinnern im digitalen Zeitalter
Das im Januar 2026 erscheinende Buch „Erinnern an den Holocaust. Das Projekt In Echt?“ bündelt die Erkenntnisse aus der praktischen Erprobung digitaler Vermittlungsformen. Die Herausgeber Dr. Katalin Krasznahorkai, Johanna Schüller und Prof. Björn Stockleben untersuchen darin die Chancen, aber auch die ethischen Grenzen von VR (Virtual Reality) und anderen Technologien.
Podiumsgespräch: Nach der Zeitzeugenschaft
Unter der Moderation der Journalistin Shelly Kupferberg diskutieren Expertinnen eine zentrale Frage unserer Zeit: Wie lässt sich historische Verantwortung ohne die physische Präsenz der Überlebenden gestalten?
- Anika Reichwald (Jüdisches Museum Berlin) beleuchtet den generellen Umgang mit Zeugnissen von Überlebenden.
- Dr. Katalin Krasznahorkai (Brandenburg Museum) reflektiert die kuratorischen Erfahrungen aus dem Projekt „In Echt?“.
Praxis & Erfahrung: Geschichte erleben
Die Veranstaltung geht über das gesprochene Wort hinaus und bietet den Teilnehmenden konkrete Erfahrungsräume:
- VR-Erfahrung: Besucher:innen haben die Möglichkeit, mit VR-Brillen in die virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeug:innen einzutauchen. Die Technologie ermöglicht ein neues, immersives Zuhören, das eine Brücke über die Zeit schlägt.
- Lesung mit Esther Zimmering: Die bekannte Schauspielerin liest Berichte von Projektbesucher:innen sowie historische Zitate und bringt so die emotionale Dimension der Geschichtsvermittlung auf die Bühne.
- Workshop: „Und meine Familie?“ Die Initiatorin Maria Gleu bietet praktische Hilfestellungen für die eigene Spurensuche. Wie fragt man Angehörige? Wie recherchiert man in Archiven? Ein Modul, das die globale Geschichte mit der ganz persönlichen verbindet.
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