
Deutsche Kolonialkriege in Ostafrika: Buchpräsentation im Humboldt Forum
28. Januar | 17:00

Reclam 2025
Während deutsche Straßennamen oder Dinosaurierskelette in Museen oft als steinerne Zeugen der Kolonialzeit wahrgenommen werden, bleiben die blutigen militärischen Konflikte dahinter häufig im Schatten. Am 28. Januar 2026 rückt das Humboldt Forum Berlin diese gewaltvolle Geschichte in den Fokus.
Die renommierte Historikerin Prof. Dr. Tanja Bührer präsentiert ihr neues Werk „Kolonialkriege in Ostafrika 1885–1914“, das in der Reclam-Reihe „Kriege der Moderne“ erschienen ist.
Neue Perspektiven auf den Widerstand
Tanja Bührer bricht in ihrer Untersuchung mit gängigen Stereotypen und stellt die Dynamiken der Gewalt in Deutsch-Ostafrika (heute u. a. Tansania) neu dar:
- Afrikanische Initiative: Die Autorin schildert, wie lokale Kriegsparteien keineswegs nur passiv reagierten, sondern oft selbst die Initiative zum Angriff gegen die europäischen Invasoren ergriffen.
- Frauen als Akteurinnen: Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle afrikanischer Frauen. Bührer räumt mit dem Bild des reinen Opfers auf und zeigt, wie Frauen aktiv Einfluss auf den Verlauf der Kriege nahmen.
- Globaler Kontext: Das Handeln vor Ort wird in die größeren Zusammenhänge der europäischen Expansion zum Ende des 19. Jahrhunderts (fin de siècle) eingebettet.
Programm am 28. Januar 2026
Die Veranstaltung verbindet die Buchvorstellung mit der aktuellen Ausstellung „Geschichte(n) Tansanias“ im Humboldt Forum.
- 17:00 Uhr: Begrüßung durch Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh (Generalintendant Humboldt Forum) und Grußwort von Oberst Dr. Frank Hagemann (ZMSBw).
- 17:15 Uhr: Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Tanja Bührer, Dr. Frank Reichherzer (ZMSBw) und weiteren Gästen.
- Anschließend: Stehempfang und Austausch.
Über die Autorin
*Tanja Bührer (1974) ist Professorin für Globalgeschichte an der Paris Lodron Universität Salzburg. Als Expertin für Kolonial- und Globalgeschichte sowie Gewaltforschung berät sie zudem den Wissenschaftlichen Beirat des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw).
