Wenn wir an Pyramiden denken, wandern unsere Gedanken meist nach Gizeh. Doch wer den Blick weiter gen Süden wendet, entdeckt im heutigen Sudan ein beeindruckendes Erbe: Die Pyramiden der kuschitischen Herrscher. In ihrem Vortrag aus der Reihe „Die Pyramiden“ nehmen Christian Perzlmeier und Jan Hamann das Publikum mit auf eine archäologische Entdeckungsreise nach Nubien.
Die nubischen Pyramiden sind steiler, kleiner und zahlreicher als ihre berühmten ägyptischen Verwandten. Sie zeugen von der Macht und dem kulturellen Selbstbewusstsein des Reiches von Kusch, das zeitweise sogar ganz Ägypten beherrschte.
Auf den Spuren der kuschitischen Könige
Der Vortrag beleuchtet die Epoche der „Schwarzen Pharaonen“ und ihrer Nachfolger. Dabei stehen bedeutende Herrschergestalten im Mittelpunkt:
- Pijje: Der Eroberer Ägyptens und Begründer der 25. Dynastie.
- Taharqa: Einer der bedeutendsten Bauherren seiner Zeit, dessen Spuren von Ägypten bis tief in den Sudan reichen.
- Natakamani: Der Erbauer der glanzvollen Stadt Naga und Vertreter der meroitischen Blütezeit.
Eine Reise zu den Totenstädten
Die Referenten führen das Publikum zu den wichtigsten archäologischen Stätten der Region, die heute zum UNESCO-Welterbe zählen:
- El-Kurru & Nuri: Die frühen königlichen Friedhöfe, auf denen die Tradition der nubischen Pyramidenbestattung ihren Anfang nahm.
- Gebel Barkal: Der heilige Berg am Nil, der als Wohnsitz des Gottes Amun galt und von majestätischen Pyramiden gesäumt ist.
- Meroe: Das Herzstück des kuschitischen Reiches mit seinen weiten Pyramidenfeldern. Hier wurde auch der legendäre Goldschatz der Königin Amanishakheto entdeckt, der bis heute von immensem Reichtum und handwerklicher Meisterschaft zeugt.
- Zuma: Ein oft weniger bekannter Ort, der jedoch entscheidende Einblicke in die Bestattungsriten der Region bietet.
Warum „Spitzfindig“?
Der Titel spielt auf die besondere Architektur der nubischen Grabbauten an: Ihre steilen Neigungswinkel unterscheiden sie deutlich von den klassischen ägyptischen Pyramiden und verleihen ihnen ihre charakteristische, „spitzfindige“ Silhouette
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