Sie sind die „Gamechanger“ der nächsten Dekade: Quantencomputer. Während klassische Superrechner an ihre Grenzen stoßen, verspricht die Quantentechnologie Lösungen für Probleme, die bisher als unlösbar galten. Doch der technologische Aufbruch hat eine Schattenseite. Das 14. Dr. Manfred Fuchs-Kolloquium im TECHNOSEUM diskutierte die brennende Frage: Stehen wir vor einem beispiellosen Fortschritt oder einem digitalen Kontrollverlust?
Die Erwartungen sind gigantisch. Erste einsatzfähige Systeme werden bereits für die kommenden Jahre prognostiziert. Sie könnten die Medizin durch maßgeschneiderte Molekülsimulationen revolutionieren, die Logistik in der Raumfahrt optimieren und die Mobilität der Zukunft autonom steuern.
Der „Quantum Day“: Wenn Verschlüsselung wertlos wird
Doch wo Licht ist, ist auch extremer Schatten. Die enorme Rechenpower der Quantensysteme bedroht das Fundament unserer digitalen Sicherheit:
- Kollaps der Kryptographie: Gängige Verschlüsselungsverfahren, die heute Online-Banking, Behördenkommunikation und kritische Infrastrukturen schützen, könnten von Quantencomputern in Sekundenschnelle geknackt werden.
- Harvest Now, Decrypt Later: Experten warnen vor Strategien, bei denen sensible Daten heute gestohlen werden, um sie in wenigen Jahren mit ausgereiften Quantenrechnern zu entschlüsseln. Der Wettlauf um die „Post-Quanten-Kryptographie“ hat längst begonnen.
Expertenrunde im Diskurs
Das diesjährige Kolloquium brachte zwei führende Köpfe der deutschen Forschungslandschaft zusammen, um den Stand der Technik und die notwendigen Schutzmaßnahmen zu erörtern:
- Prof. Dr. Thomas Gabor (LMU München): Er gab Einblicke in die Informatik hinter den Quantenprinzipien und zeigte auf, wie diese neuen Rechenwege die Grenzen des Machbaren verschieben.
- Prof. Dr. Jörn Müller-Quade (KIT): Als Experte für Kryptographie und Sicherheit beleuchtete er das Gefahrenpotenzial für unsere Gesellschaft und erklärte, wie wir Daten künftig vor dem Zugriff der „Quanten-Hacker“ schützen können.
Moderation: Der renommierte Wissenschaftsjournalist Ralf Krauter (Deutschlandfunk) moderierte das Gespräch.
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