Neue Perspektiven auf den RAF-Terror im Stadtpalais Stuttgart – Interview mit Maike Hausen

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Wie blickt man 2026 auf den Terror der Roten Armee Fraktion (RAF), ohne in alte Erzählmuster zu verfallen? Das StadtPalais Stuttgart widmet sich in der Reihe „Neue Perspektiven auf den RAF-Terror“ der wissenschaftlichen und medialen Aufarbeitung. Im Fokus steht dabei die Frage, wie Terrorismus eine Gesellschaft über Jahrzehnte hinweg prägt.

Ein zentraler Gast der Reihe ist Dr. Maike Hausen. Als Leiterin der Abteilung „Medien“ der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und Mitherausgeberin des 2025 erschienenen Standardwerks „Die RAF – Eine Beziehungsgeschichte von Terrorismus, Staat und Gesellschaft“ (gemeinsam mit Dr. Reinhold Weber), gehört sie zu den profiliertesten Expertinnen für die Wechselwirkungen zwischen gewaltsamem Widerstand und staatlicher Reaktion.

Die RAF als Beziehungsgeschichte

In ihrer Forschung bricht Hausen die klassische Tätersicht auf. Es geht nicht mehr nur um die Biografien der Terroristen, sondern um die Dynamik:

  • Terrorismus & Staat: Wie veränderte die Angst vor der RAF die Sicherheitsarchitektur und das Rechtsverständnis der Bundesrepublik?
  • Gesellschaftliche Resonanz: Welche Spuren hinterließ der Terror im kollektiven Gedächtnis und in der politischen Kultur Südwestdeutschlands?
  • Mediale Vermittlung: Welche Rolle spielten (und spielen) Medien bei der Mythenbildung und der Deeskalation?

Bildungsarbeit im Fokus

Als Lehrbeauftragte in Mannheim und Tübingen sowie durch ihre Arbeit an der Zeitschrift „Bürger & Staat“ weiß Maike Hausen, dass die Vermittlung dieses komplexen Themas heute vor neuen Herausforderungen steht. In einer Zeit der Polarisierung liefert ihre Analyse wichtige Impulse dafür, wie Bildungsarbeit die Mechanismen von Radikalisierung und staatlicher Wehrhaftigkeit erklären kann, ohne die Opferperspektive aus den Augen zu verlieren.

Die dreiteilige Reihe im StadtPalais bietet die Gelegenheit, die RAF-Geschichte jenseits der üblichen TV-Dokus als tiefgreifenden Transformationsprozess der deutschen Nachkriegsgesellschaft zu verstehen.

Mehr unter: stadtpalais-stuttgart.de

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