Menschen, Tiere, Pflanzen und Maschinen als gleichberechtigte Mitglieder einer Gemeinschaft – das Museum Giersch der Goethe-Universität zeigt ein radikales Zukunftsexperiment im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026.
Was wäre, wenn eine Gesellschaft nicht auf Konkurrenz, sondern auf Fürsorge und Teilhabe aufgebaut wäre – und wenn zu dieser Gesellschaft nicht nur Menschen gehörten? Der „Multispezies Members Club” im Museum Giersch der Goethe-Universität Frankfurt entwirft genau dieses Modell: eine inklusive Allianz, in der Menschen, Tiere, Pflanzen und Maschinen als gleichberechtigte Mitglieder agieren. Die Ausstellung versteht sich dabei nicht als utopische Vision, sondern als gelebtes Experiment.
Kuratiert von Andreas Greiner (*1979) gemeinsam mit Ina Neddermeyer und Susanne Wartenberg, zeigt die Schau, wie Technologie Kommunikation zwischen unterschiedlichen Spezies ermöglichen und gesellschaftliche Teilhabe neu gedacht werden kann – jenseits eines rein menschzentrierten Weltbilds. Gleichzeitig bleibt sie kritisch: Technologie ist nicht neutral. Sie verbraucht Ressourcen, kann Machtverhältnisse verstärken und stößt dort an Grenzen, wo natürliche Systeme in ihrer Komplexität nicht reproduzierbar sind.
Garden Protocol: Wasser als gemeinsame Ressource
Zentrales Werk der Ausstellung ist Andreas Greiners eigens entwickelte Installation „Garden Protocol” – ein selbstregulierendes Ökosystem, das Pflanzen, Menschen und technologische Systeme über Wasser als gemeinsame Ressource miteinander verbindet. Die Arbeit ist kein statisches Ausstellungsobjekt, sondern ein lebendiges Versuchsfeld für neue Formen des Zusammenwirkens von Natur und Technologie.
Weitere Künstlerinnen und Künstler eröffnen vielschichtige Perspektiven auf Künstliche Intelligenz, Ökologie und gesellschaftliche Verantwortung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität ergänzen das Programm mit Beiträgen aus KI-Forschung, Bioinformatik, Kunstpädagogik, Anthropologie sowie Erziehungs-, Kultur- und Literaturwissenschaften.
Die Ausstellung ist Teil der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 – und ein Beitrag zu einer der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie wollen wir zusammenleben?
Mehr unter: www.mggu.de




