Mika Rottenberg. Queer Ecology. Artist Talk zur Ausstellung

Das Lehmbruck Museum widmet der international renommierten Künstlerin Mika Rottenberg (1976 in Buenos Aires) eine Einzelschau unter dem Titel „Queer Ecology“. In ihren neuesten Werken seziert Rottenberg die Absurditäten des globalen Kapitalismus und verwebt ökologische Fragen mit den prekären Realitäten moderner Arbeitswelten.

Mika Rottenberg ist bekannt für ihre bildgewaltigen Videoinstallationen und kinetischen Skulpturen, die oft wie surreale Fabrikanlagen wirken. In Duisburg stehen nun Arbeiten im Fokus, die den Menschen als Zahnrad in einem unaufhaltsam wachsenden System des Konsums zeigen.

Die Ästhetik des Überflusses und der Ausbeutung

Rottenbergs Arbeiten zeichnen sich durch eine einzigartige Mischung aus Humor und Gesellschaftskritik aus:

  • Kapitalistische Absurdität: Sie macht die exzessive Produktion von oft nutzlosen Waren sichtbar und treibt die Logik der Gewinnmaximierung ins Groteske.
  • Prekäre Arbeit: Ein besonderer Fokus liegt auf den Arbeitsbedingungen von Frauen. In ihren Filmen werden oft repetitive, fast rituelle Handlungen gezeigt, die die Monotonie und körperliche Belastung globaler Lieferketten widerspiegeln.
  • Sarkastischer Unterton: Trotz der ernsten Themen bewahren die Werke einen bissigen Witz. Die Künstlerin nutzt das Absurde, um die Zuschauer mit der eigenen Rolle im Konsumkreislauf zu konfrontieren.

Was bedeutet „Queer Ecology“?

Der Titel der Ausstellung deutet auf eine Erweiterung des ökologischen Begriffs hin. „Queer Ecology“ bricht mit binären Vorstellungen von Natur vs. Kultur oder Mensch vs. Maschine. Rottenberg zeigt eine Welt, in der organische Prozesse und industrielle Produktion untrennbar – und oft auf verstörende Weise – miteinander verschmolzen sind.

Artist Talk: Einblicke in den Schaffensprozess

Begleitend zur Ausstellung bietet das Lehmbruck Museum Artist Talks an. Hier haben Besucher die Möglichkeit, mehr über Rottenbergs komplexe Produktionsweise zu erfahren – von der Recherche in peruanischen Goldminen oder chinesischen Perlenfarmen bis hin zum Bau ihrer aufwendigen Filmsets.

Mehr unter: lehmbruckmuseum.de

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Museum Angewandte Kunst | Grafik: Bureau Sandra Doeller

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