Das Heimatmuseum Seelze setzt seine erfolgreiche Reihe der „Klitze Kleinen Kunstausstellungen“ fort. Seit April 2026 präsentiert die Hobbykünstlerin Petra Scholl eine Auswahl ihrer Werke, die durch Spontaneität, haptische Freude und eine tiefe Liebe zum Experiment bestechen.
Das Konzept der „Klitze Kleinen Kunstausstellung“ entstand im Oktober 2024 aus einer einfachen Beobachtung: Das Museum hatte freie Wandflächen, die belebt werden sollten. Seither erhalten regionale Hobbykünstler die Gelegenheit, ihre Werke für jeweils knapp drei Monate einem breiten Publikum zu zeigen.
Eine „schwere Geburt“: Die Auswahl aus 200 Werken
Für Petra Scholl war die Vorbereitung der Ausstellung eine echte Herausforderung. Da der Platz im Museum begrenzt ist, musste sie aus über 200 Bildern, die allein im Jahr 2021 entstanden sind, eine Auswahl treffen. Mit externer Unterstützung wählte sie schließlich sechs repräsentative Arbeiten für die Wände aus. Weitere Einblicke in ihr Schaffen, darunter auch Fotos ihrer dreidimensionalen Skulpturen, bietet ein kleiner digitaler Bilderrahmen vor Ort.
Malen ohne festen Plan
Petra Scholl, die bereits als Kind töpferte und seit 2013 wieder intensiv malt, beschreibt ihren Prozess als eine Reise ohne festes Ziel:
- Inspiration durch Intuition: Scholl beginnt oft mit einer vagen Idee, lässt sich dann aber vom Malprozess selbst leiten. „Man weiß nie so genau, was kommt“, sagt die Künstlerin über die Überraschungsmomente auf der Leinwand.
- Haptik und Matsche: Besonders gerne malt sie mit den Fingern. Sie liebt das Gefühl der Farbe an den Händen und das „matschige“ Arbeiten, wodurch haptisch reiche Oberflächen entstehen.
- Übermalte Fotografie: Ein Teil der gezeigten Serie basiert auf Landschaftskalendern, die sie mit Farbe überarbeitet und so in völlig neue Kontexte setzt.
Wertschätzung statt Kommerz
Interessierte Käufer haben es bei Petra Scholl schwer. Die Künstlerin betont, dass ihr die Werke sehr wertvoll sind und sie sich nur ungern von ihnen trennt. Ein Verkauf kommt für sie nur bei außergewöhnlicher Wertschätzung infrage – ihre Bilder sollen nicht einfach nur farblich zum Sofa passen. Zudem verzichtet sie bewusst auf Bildtitel, um die Interpretation des Betrachters nicht einzuschränken.
Die Ausstellung im Heimatmuseum Seelze lädt dazu ein, sich ganz ohne Vorurteile auf die Farben und Formen einzulassen und die lebendige Kunstszene der Stadt zu entdecken.
Mehr unter: www.heimatmuseum-seelze.de





