Absurde Jenseitswelten, eine übel gelaunte Prinzessin, ein 102-stöckiges Hochhaus voller Leben – das Caricatura Museum Frankfurt widmet Katharina Greve eine große Gesamtschau. Zu sehen vom 27. Juni 2026 bis 17. Januar 2027.
Sie sagte 2013 den Papstrücktritt vorher – per Cartoon, exakt am richtigen Tag im Karicartoon-Kalender. Katharina Greve, 1972 in Hamburg geboren, gehört zu den renommiertesten Vertreterinnen der Komischen Kunst im deutschsprachigen Raum. Ihr Werk ist satirisch, architektonisch inspiriert, gesellschaftskritisch und von einem unverwechselbaren Sinn für Absurdität durchzogen. Das Caricatura Museum Frankfurt zeigt nun erstmals eine umfassende Gesamtschau ihres vielfach ausgezeichneten Œuvres.
Greve studierte Architektur an der TU Berlin – und das merkt man ihrem Werk an: konzeptuelle Erzählansätze, serielle Strukturen, spielerische Perspektivwechsel. Seit 2002 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin, seit 2004 erscheinen ihre Cartoons in Titanic, taz, neues deutschland und Süddeutscher Zeitung. Ihr künstlerisches Repertoire reicht von Cartoons und Comics über Malerei, Illustration und Fotografie bis hin zu Objekt-, Film- und Textarbeiten.
Von Petronia bis zum Hochhaus
Zu den Highlights der Ausstellung zählt „Das Hochhaus – 102 Etagen Leben”, Greves gefeierter Webcomic, der über zwei Jahre täglich um ein Stockwerk wuchs – nun in der Ausstellung über fünf Meter hoch präsentiert. Hinter den privaten Mikrokosmen der Bewohnerinnen und Bewohner verdichten sich gesellschaftliche Themen von Arbeit und Einsamkeit bis Migration und Ungleichheit.
Gleichfalls zu sehen: die Comic-Serie „Die dicke Prinzessin Petronia”, Greves parodistische Neuerzählung von Saint-Exupérys „Der kleine Prinz” – eine scharfsinnige Auseinandersetzung mit Körpernormen, Rollenbildern und Selbstbestimmung. Im Schaufenster des Museums begrüßt ein eigens angefertigter Skulptoon der Prinzessin vom Kasseler Bildhauer Sigi Böttcher die Besucherinnen und Besucher.
Weitere Werkgruppen umfassen „Hotel Hades”, „Patchwork”, „Die letzten 23 Tage der Plüm” sowie das neueste Werk „Meine Geschichten von Mutter und Tochter” – Greves Hommage an e. o. plauens „Vater und Sohn”, ins Hier und Jetzt übersetzt. Ein besonderes Objekt ist „Kalendula”, der erste Armband-Abreißkalender. Eine gemütliche Leseecke mit charakteristischem Tapetendesign lädt zum Schmökern in Greves Publikationen ein.
Mehr unter: www.caricatura-museum.de






