Vom 27. September 2025 bis 22. März 2026 zeigt das Kunstmuseum St. Gallen die erste umfassende Retrospektive der 2024 verstorbenen niederländischen Künstlerin Jacqueline de Jong. Die Präsentation beleuchtet das vielfältige Œuvre der Künstlerin, die als Malerin, Bildhauerin und Grafikerin zentrale Impulse für die Kunst der Nachkriegszeit setzte.
De Jongs Arbeiten stehen in einem engen Austausch mit Strömungen wie Art brut, Pop Art, Neuer Figuration und Postmoderne. Bereits im Alter von 21 Jahren schloss sie sich der Situationistischen Internationale an, einer radikalen Avantgardebewegung, deren rebellischer Geist ihr Schaffen nachhaltig prägte. Ihr Werk ist politisch, humorvoll, spielerisch und zugleich von einer konsequent zeitgenössischen Haltung geprägt.
Die Ausstellung zeichnet auch die biografischen Hintergründe der 1939 in Hengelo geborenen Künstlerin nach. De Jongs jüdischstämmige Familie musste während der deutschen Besatzung der Niederlande untertauchen. 1942 floh ihre Mutter mit der damals dreijährigen Jacqueline in die Schweiz, wo sie die Kriegsjahre in Zürich verbrachten. Nach ihrer Rückkehr in die Niederlande kam De Jong früh mit moderner Kunst in Berührung – ihre Eltern sammelten Werke von Künstlern wie Karel Appel, Jean Dubuffet, Roberto Matta und Wifredo Lam.
Bevor sie zur bildenden Kunst fand, wollte De Jong Schauspielerin werden und reiste bereits als Jugendliche nach Paris und London. Nach dem Scheitern an der Schauspielschule in Arnheim begann sie im Stedelijk Museum Amsterdam zu arbeiten und studierte Kunstgeschichte. Dort lernte sie führende Vertreter der Avantgarde kennen, darunter Asger Jorn, mit dem sie eine Beziehung verband, sowie Mitglieder der deutschen Künstlergruppe SPUR. 1960 wurde sie offiziell Teil der Situationistischen Internationale, ein Jahr später zog sie nach Paris, um sich vollständig der Kunst zu widmen.
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