Die Deichtorhallen Hamburg widmen der libanesisch-amerikanischen Künstlerin Huguette Caland eine umfassende Ausstellung, die ihre außergewöhnliche Laufbahn zwischen Beirut, Paris und Venice, Kalifornien, beleuchtet. Caland, deren Werk lange als Geheimtipp galt, rückt zunehmend ins Zentrum internationaler Aufmerksamkeit – nicht zuletzt wegen ihrer mutigen Auseinandersetzung mit Körperlichkeit, Identität und weiblicher Selbstbestimmung.
Ihre Kunst spiegelt die politischen und kulturellen Umbrüche des 20. Jahrhunderts ebenso wider wie ihr persönliches Streben nach Freiheit. Von farbintensiven Gemälden über filigrane Zeichnungen bis hin zu textilen Arbeiten und Skulpturen zeigt die Ausstellung die ganze Bandbreite eines Œuvres, das ebenso zärtlich wie radikal erscheint. Caland löste Grenzen zwischen Abstraktion und Figuration auf, enttabuisierte Erotik und stellte gängige Vorstellungen von Schönheit und Weiblichkeit konsequent infrage.
Heute wird sie als Pionierin feministischer Moderne gefeiert. Ihre Werke sind in bedeutenden Institutionen wie dem Centre Pompidou, dem British Museum und der Tate vertreten – ein klarer Beleg dafür, wie weit ihr Einfluss reicht und wie zeitlos ihre Perspektive auf Gemeinschaft, Körper und Selbstbild bleibt.





