Mit der Sonderausstellung „Homesick Anderswo – Räume, Orte, Erinnerungen im Werk von Pravoslav Sovak“ erinnert das Nidwaldner Museum im Winkelriedhaus an einen der bedeutendsten Druckgrafiker der Gegenwart. Anlässlich des 100. Geburtstags des 1926 im ostböhmischen Vysoké Mýto geborenen Künstlers beleuchtet die Ausstellung zentrale Themen seines Schaffens und setzt den Fokus auf seine lebenslange Auseinandersetzung mit Heimat, Erinnerung und Identität.
Pravoslav Sovaks Biografie ist eng mit den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts verbunden. Nach dem Einmarsch der sowjetischen Armee in Prag am 21. August 1968 verließ er seine Heimat und erhielt 1969 Asyl in der Schweiz. Seit 1978 lebte und arbeitete er in Hergiswil, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 2022 ein Haus mit Atelier bewohnte.
Von seinem Wohnort in der Zentralschweiz aus führten ihn zahlreiche Reisen unter anderem in die USA. Die endlosen Wüsten Arizonas, die Straßenschluchten New Yorks und imaginäre Landschaften fanden ebenso Eingang in sein Werk wie Erinnerungen an Böhmen sowie Eindrücke aus seinem Leben in Hergiswil. Seine oft menschenleeren Bildwelten erzählen von Sehnsucht, Orientierung und der Suche nach einem Ort der Zugehörigkeit.
Obwohl Sovak den Verlust seiner Heimat nur selten direkt thematisierte, durchzieht das Motiv des Heimwehs sein gesamtes Werk. Besonders eindrücklich kommt dieses Gefühl in dem über acht Jahre entstandenen Werk „Homesick“ zum Ausdruck, das der Ausstellung ihren Titel gibt. Die von Martina Kral kuratierte Schau lädt dazu ein, Sovaks technisch meisterhaftes Œuvre neu zu entdecken und seine zeitlosen Bildwelten als Reflexion über Heimat und Identität zu erleben.
Produktion: arttv.ch
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