
© Kulturprojekte Berlin GmbH/Alexander Rentsch
Der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart feiert sein 30. Jubiläum nicht nur mit Kunst, sondern mit einer radikalen Öffnung zur Stadtgesellschaft. Mit der Gründung eines eigenen Beirats und der Einführung einer „Stillen Stunde“ setzt das Haus neue Maßstäbe für Inklusion und Nachbarschaftshilfe in der Berliner Museumslandschaft.
Das Jubiläumsjahr 2026 markiert einen Wendepunkt: Weg vom rein repräsentativen Ausstellungsraum, hin zu einer partizipativen Plattform. „Die Verbindung zu Menschen steht im Mittelpunkt unseres Handelns“, erklärt Mathilda Legemah (Strategieentwicklung). Das Ziel ist klar: Kunst und Stadtgesellschaft sollen sich auf Augenhöhe begegnen.
Das „Community Advisory Board“: Die Stimme der Nachbarschaft
Um die Museumsarbeit relevanter und bürgernäher zu gestalten, hat der Hamburger Bahnhof einen Beirat aus 10 Persönlichkeiten ins Leben gerufen.
- Wer ist dabei? Menschen aus lokalen Initiativen, engagierte Anwohner und Experten der urbanen Gemeinschaft Berlins.
- Was ist die Aufgabe? In einer einjährigen Amtszeit identifiziert der Beirat Barrieren, teilt Visionen zu Ausstellungen und gibt Impulse für Bildung und Vermittlung.
- Warum? Damit das Museum kein Elfenbeinturm bleibt, sondern aktiv auf die Bedürfnisse seiner direkten Umgebung reagiert.
Die „Stille Stunde“: Kunst ohne Reizüberflutung
Ein weiterer Meilenstein im erweiterten inklusiven Programm ist die Einführung der Stillen Stunde. Ab dem 4. März 2026 wird das Museum jeden ersten Mittwoch im Monat von 16 bis 17 Uhr zu einem Ort der bewussten Ruhe.
- Das Konzept: Begrenzte Besucherzahlen, keine großen Gruppen und ein reduzierter Lärmpegel ermöglichen ein stressfreies Kunsterlebnis.
- Die Zielgruppe: Das Angebot richtet sich speziell an neurodivergente Personen, Menschen mit Behinderungen oder Besucher mit sensorischen Bedürfnissen, steht aber allen offen, die Konzentration statt Trubel suchen.
- Inklusive Begleitung: Auch Familien und Begleitpersonen sind eingeladen, Kunst in dieser entschleunigten Atmosphäre völlig neu zu entdecken.
Mit diesen Maßnahmen beweist der Hamburger Bahnhof, dass moderne Museumsarbeit bedeutet, zuzuhören und den Raum so zu gestalten, dass sich wirklich jeder willkommen fühlt.
Mehr unter: www.smb.museum/hbf






