Aufzeichnung vom 8. April 2019

Der Vortrag versucht, elektroakustische Raum-Klangphänomene [plastic sound objects], unabhängig von ihren technischen Beschreibungen und metaphorischen Zuschreibungen als »klassische« skulpturale Körper-Raumbeziehungen einzuordnen. Aktuell beschäftigen die angewendeten ​​​​lautsprecherbasierten Klangprojektionsverfahren Autoindustrie, Computer- und Handyfirmen, Eventindustrie und VR-Technologie. Diese werden in kürzester Zeit in diversen Ausführungen für jeden Haushalt zur Verfügung stehen. Diese Verfügbarkeit wirft die Frage auf, was wir an Wahrnehmungen in diesen medialen Räumen teilen, und wie wir Potentiale für ästhetische Erfahrungen überhaupt noch aufspüren und für die akustischen Künste nutzbar machen können. Die Frage der Beschreibung eben dieser radikal anderen, medienspezifischen Raum-Klangphänomene als »skulptural« ermöglicht deren Behandlung unabhängig von marketingtechnischen Idealisierungen und cineastischen Sound-Sensationen. Dabei geht es um die Entwicklung einer ästhetischen Praxis, die Raum komponiert, indem sie Raum als Voraussetzung für klang-plastisches Material annimmt und damit das Ziel verfolgt, einen poetischen Ansatz in zeitgenössischer Medienkunst zu finden, um komplexe Umgebungen künstlerisch einbeziehen zu können.

Videodokumentation:
ZKM | Videostudio
Kamera: Christina Zartmann, Xenia Leidig
Schnitt: Tim Wenz

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