Der Körper ist weit mehr als nur Fleisch und Blut – er ist ein politisches Territorium, ein Medium des Widerstands und eine Bühne für unsere tiefsten Identitätsfragen. Das Museum der Moderne Salzburg präsentiert im Rupertinum die Schau „EveryBody! Was Körper erzählen“ und blickt dabei auf über 80 Jahre Fotografie- und Medienkunstgeschichte.
Was passiert, wenn die Kamera den Blick auf den Menschen radikal verändert? Die Ausstellung versammelt Arbeiten von 1945 bis in die unmittelbare Gegenwart, um zu zeigen, wie Künstlerinnen und Künstler den Körper nutzen, um gesellschaftliche Machtstrukturen aufzubrechen.
Der Körper als Schauplatz
Zwischen den Polen der Selbstbestimmung und den oft einengenden sozialen Normen wird der Körper in dieser Schau zum zentralen Akteur. Die Ausstellung beleuchtet drei wesentliche Aspekte:
- Ausdrucksmittel: Wie nutzen wir unsere Physis, um Gefühle und Positionen ohne Worte zu kommunizieren?
- Projektionsfläche: Welche Erwartungen projiziert die Gesellschaft auf den männlichen, weiblichen oder queeren Körper?
- Politischer Raum: Wo endet die Privatsphäre und wo beginnt der Körper, ein Statement gegen Machtverhältnisse zu sein?
Ikonen der Fotokunst
Die Liste der ausgestellten Positionen liest sich wie ein „Who’s Who“ der modernen Kunstgeschichte:
- VALIE EXPORT: Die Pionierin der Performance-Kunst bricht radikal mit dem männlichen Blick.
- Cindy Sherman: In ihren berühmten Rollenspielen dekonstruiert sie weibliche Stereotypen und zeigt, wie wandelbar – und künstlich – Identität sein kann.
- Nan Goldin & Nobuyoshi Araki: Während Goldin die rohe Intimität und Verletzlichkeit ihrer New Yorker Subkultur festhält, spielt Araki mit den Grenzen von Erotik, Fesselung und gesellschaftlichem Tabu.
Warum wir heute darüber sprechen müssen
In einer Zeit, in der digitale Filter und soziale Medien unsere Körperbilder so stark prägen wie nie zuvor, wirft „EveryBody!“ einen wichtigen Blick zurück auf die Wurzeln dieser Debatten. Die Ausstellung lädt dazu ein, den eigenen Körper nicht als Problemzone, sondern als erzählendes Medium zu begreifen, das eine ganz eigene, unzensierte Geschichte schreibt.
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