Was heute wie eine Kuriosität klingt, war im Antwerpen des 17. Jahrhunderts der Gipfel der musikalischen Innovation: Das „Mutter und Kind“-Muselaar. Das Landesmuseum Württemberg präsentiert ein faszinierendes Einführungsvideo, das die Geschichte, den Bau und den einzigartigen Klang eines der bedeutendsten Tasteninstrumente der Welt beleuchtet.
Im Zentrum steht die meisterhafte Rekonstruktion eines Instruments von Iohannes Ruckers (1623). In einem exklusiven Video-Format führen Expertinnen und Experten durch die Welt der Virginalisten und die Geheimnisse des flämischen Instrumentenbaus.
Drei Perspektiven auf ein Meisterwerk
Das Video bietet einen tiefen Einblick in verschiedene Aspekte des historischen Instruments:
- Das Original: Dr. María del Mar Alonso Amat stellt das kostbare Original aus der Sammlung des Landesmuseums Württemberg vor. Das Besondere am „Mutter und Kind“-Prinzip: Ein kleineres Instrument (das „Kind“) kann in das größere (die „Mutter“) eingeschoben oder obenauf gesetzt werden, was völlig neue klangliche Möglichkeiten eröffnet.
- Die Dynastie und die Musik: Prof. Bernhard Klapprott beleuchtet die Familie Ruckers aus Antwerpen – die „Stradivaris“ unter den Cembalobauern – und erklärt die Verbindung zu den berühmten englischen und flämischen Virginalisten.
- Die Wiedergeburt des Klangs: Der renommierte Cembalobauer Cornelis Bom berichtet über die Herausforderungen bei der Rekonstruktion. Er zeigt auf, wie er das Erbe des Meisters Ruckers bewahrt hat, um den originalen Klang für die Gegenwart wieder erlebbar zu machen.
Bernhard Klapprott spielt Ruckers-Muselaar (1623), Virginalmusik im Landesmuseum Württemberg
Warum das Virginal fasziniert
Anders als beim modernen Klavier werden die Saiten beim Virginal gezupft, was einen obertonreichen, silbrigen Klang erzeugt. Das „Muselaar“ wiederum ist eine spezielle flämische Bauform, die durch die Platzierung der Tastatur einen besonders warmen, flötenartigen Ton hervorbringt.
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