Das Bild als Tür: Robert Zandvliet im Museum Franz Gertsch

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Malerei ist für Robert Zandvliet keine Einbahnstraße, sondern eine Tür. Unter dem programmatischen Titel „The Painting is a Door“ präsentiert das Museum Franz Gertsch eine beeindruckende Werkschau des niederländischen Künstlers. Die Ausstellung beleuchtet die letzten 15 Jahre eines Schaffens, das sich konsequent an der hauchdünnen Grenze zwischen dem Erkennbaren und der reinen Abstraktion bewegt.

“You have the traditional idea of the painting as a window. And then it’s a view. But when it’s a door it’s an experience.” _Robert Zandvliet

Zandvliet, der in Haarlem lebt und arbeitet, gilt als einer der wichtigsten Maler seiner Generation. Sein Werk ist eine ständige Selbstbefragung der Malerei: Wie viel Motiv braucht ein Bild, um noch „etwas“ zu sein, und wie viel Freiheit verträgt die Farbe?

Von der Härte des Steins zur Fülle des Paradieses

Die Ausstellung, kuratiert von Andreas Fiedler, führt die Besucher durch eine spannungsvolle Dramaturgie, die zwei gegensätzliche Pole markiert:

  • Seven Stones (2014): Erstmals außerhalb der Niederlande zu sehen, bildet diese Serie den konzeptionellen Anker. Zandvliet reduziert seine Palette und konzentriert sich radikal auf das Motiv des Steins. Doch die Steine sind hier keine bloßen Abbilder; sie werden zu Platzhaltern für Fragen nach Form, Masse und der Materie der Farbe selbst.
  • Paradaidha (Aktuelle Werkgruppe): Den leuchtenden Gegenpol bilden die neuesten, großformatigen Arbeiten. Der Titel leitet sich vom altpersischen Wort für einen ummauerten Garten ab – den Ursprung unseres Begriffs „Paradies“. Hier trifft ein extrem durchdachter Bildaufbau auf einen fast explosiven, spontanen Pinselduktus.

Das Prinzip der „malerischen Transformation“

Zandvliet beginnt immer mit einem konkreten Motiv. Ob ein Stein, ein Garten oder ein Alltagsgegenstand – das Objekt dient als Startrampe. Im Prozess der Malerei löst er dieses Motiv jedoch so weit auf, dass ein freier, assoziativer Raum entsteht.

Produktion: arttv.ch

Mehr unter: www.museum-franzgertsch.ch

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