Zwischen Geologie, Landschaft und Kunst: “Faltungen” von Patrick Rohner im Museum Bickel

Schichtungen, Ablagerungen, Erosion und Verdichtung: Die künstlerische Arbeit von Patrick Rohner kreist um Prozesse, die sowohl in der Natur als auch in der Kunst zu beobachten sind. Die Ausstellung „Faltungen“ im Museum Bickel zeigt unterschiedliche Werkphasen des Schweizer Künstlers und macht sichtbar, wie eng seine Arbeiten mit den Themen Geologie, Klima und Landschaft verbunden sind. Dabei dienen Naturphänomene nicht als bloße Motive. Sie werden zu Denkmodellen einer künstlerischen Praxis, in der Beobachtung, persönliche Erfahrung und Erkenntnis miteinander verschmelzen.

Faltungen als künstlerisches Prinzip

Der Ausstellungstitel verweist auf ein grundlegendes Prinzip in Patrick Rohners Schaffen. Sein Werk entwickelt sich nicht linear, sondern durch Überlagerungen, Rückgriffe und Verdichtungen. Wie geologische Prozesse Spuren hinterlassen und Landschaften über lange Zeiträume verändern, entstehen auch Rohners Arbeiten aus Schichten und wiederholten Auseinandersetzungen mit Wahrnehmung und Material. Die Ausstellung vereint Werke aus verschiedenen Schaffensphasen und eröffnet damit Einblicke in die Entwicklung dieser künstlerischen Arbeitsweise.

Wasser, Stein und Rauch

Zu sehen sind Wasser-, Stein- und Rauchzeichnungen, Ölarbeiten, Fotografien und Abzeichnungen. Unterschiedliche Materialien und Techniken treffen dabei aufeinander und lassen jeweils eigene Formen von Bewegung, Veränderung und Verdichtung sichtbar werden. Rohners Arbeiten verbinden dabei die konkrete Beobachtung natürlicher Prozesse mit einer abstrakteren Auseinandersetzung über Zeit, Raum und Wahrnehmung.

Der Walensee als Ausgangspunkt

Für die Ausstellung im Museum Bickel hat sich Patrick Rohner intensiv mit der Landschaft rund um den Walensee beschäftigt. Vom Wasser aus nahm der Künstler mehr als 2.000 Fotografien auf. Die Vielzahl der Aufnahmen verdichtet sich in der Ausstellung zu einer raumgreifenden Installation. Aus der kontinuierlichen Beobachtung der Landschaft entsteht damit ein eigenständiges künstlerisches Archiv. Der Walensee wird nicht nur zum Schauplatz, sondern zum Ausgangspunkt einer intensiven Untersuchung von Landschaft und Veränderung.

Einblick in das „Klimaarchiv“

Eine eigens für die Ausstellung entwickelte Wandarbeit gibt erstmals Einblick in Rohners über Jahre gewachsenes „Klimaarchiv“. Die Arbeit verbindet unterschiedliche Werkgruppen miteinander und macht sichtbar, wie sich Beobachtungen und Erfahrungen über längere Zeiträume in seinem Schaffen niederschlagen. Damit wird auch das Thema Klima nicht als isoliertes Motiv behandelt. Vielmehr erscheint es als Teil einer umfassenderen künstlerischen Beschäftigung mit Landschaft, Zeit, Veränderung und natürlichen Prozessen.

Natur als Denkmodell

„Faltungen“ zeigt Patrick Rohners künstlerische Auseinandersetzung mit einer Natur, die ständig in Bewegung ist. Gestein wird abgetragen, Wasser formt Landschaften, Materialien lagern sich ab und werden verdichtet. Diese Prozesse finden in seinen Arbeiten eine künstlerische Entsprechung. Die Ausstellung lädt dazu ein, die Werke nicht nur als Darstellungen von Landschaft zu betrachten, sondern als Spuren eines fortlaufenden Denk- und Wahrnehmungsprozesses. Im Museum Bickel entsteht so eine Ausstellung, in der sich Kunst, Geologie, Klima und Landschaft auf besondere Weise miteinander verbinden.

Mehr unter: www.museumbickel.ch/

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